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Sozialhilfequote gesunken - Kosten gestiegen

Im Kanton Bern wurden im Jahr 2015 122 Personen weniger durch die Sozialhilfe betreut als noch 2014 - trotzdem stiegen die Kosten um knapp ein Prozent auf 450 Millionen Franken.

Sozialamt in der Stadt Bern: Die Sozialhilfequote im Kanton verharrte im Jahr 2015 auf überdurchschnittlichem Niveau.
Sozialamt in der Stadt Bern: Die Sozialhilfequote im Kanton verharrte im Jahr 2015 auf überdurchschnittlichem Niveau.
Valerie Chételat

Insgesamt wurden 2015 im Kanton Bern 46'900 Personen durch die Sozialhilfe unterstützt - 122 Personen weniger als 2014. Die Sozialhilfequote sank damit ganz leicht um 0,04 Prozentpunkte auf 4,64 Prozent. wie die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) am Freitag mitteilte. Sie stützt sich auf die Ergebnisse der Sozialhilferechnung der Gemeinden sowie die Sozialhilfestatistik des Bundes.

Die Sozialhilfequote des Kantons Bern verharre damit im Vergleich zu anderen Kantonen in einem weit überdurchschnittlichen Bereich, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Kosten stiegen zudem trotz der leicht gesunkenen Sozialhilfequote leicht um knapp ein Prozent auf 450 Millionen Franken .

Grosse regionale Unterschiede

Ebenfalls am Freitag veröffentlichte die GEF einen Bericht, in dem sie die Sozialhilferechnung der bernischen Gemeinden und die Sozialhilfestatistik des Bundes auswertet. Daraus gehen grosse regionale Unterschiede innerhalb des Kantons Bern hervor.

So ist dort etwa zu sehen, dass die Sozialdienste von Biel (11,41%) und St-Imier (11.06%) die höchsten Sozialhilfequoten haben, die tiefsten jene des Obersimmentals (1,24%) und des Saanenlands (1,52%).

58,5 Prozent der Sozialhilfebezüger waren im Jahr 2015 Schweizer, 41,5 Prozent Ausländer. Die durchschnittlichen Nettokosten pro Jahr und Person betrugen im vergangenen Jahr 9600 Franken. Die Kosten in der Sozialhilfe blieben - über die letzten Jahre betrachtet - im Kanton Bern mehr oder weniger stabil.

Diese Kosten tragen der Kanton Bern und die bernischen Gemeinden je zur Hälfte über den Lastenausgleich. Rund ein Drittel der Sozialhilfebezüger waren Kinder und Jugendliche.

Herausforderung Migration

Drei Faktoren bezeichnet die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion in ihrer Mitteilung als Herausforderungen: Für gering qualifizierte Personen ist es auf dem Arbeitsmarkt schwierig, eine Stelle zu finden. Und die Wiedereingliederung von über 50-jährigen ist ein Problem.

Die Sozialhilfestatistik des Bundes zeige, dass der Anteil der Sozialhilfebezüger im Alter zwischen 46 und 64 Jahren in den letzten Jahren stetig gestiegen sei, schreibt die GEF. Eine dritte Herausforderung bildet ihr zufolge die Migration.

Aufgrund der hohen Attraktivität der Schweiz blieben voraussichtlich viele der Zuwanderer länger in der Schweiz. Ein relativ grosser Teil von ihnen verfüge nicht über Sprachkenntnisse und ein Ausbildungsniveau für eine rasche Aufnahme in den Arbeitsmarkt. Deshalb sei zu befürchten, dass viele während Jahrzehnten auf Unterstützung angewiesen seien.

SDA/awb

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