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Sozialämter verlangen Mietzinssenkungen

Sinkende Hypothekarzinsen sollen zu sinkenden Sozial­hilfe­kosten führen.

Der sinkende Referenzzinssatz soll auch für Kosteneinsparungen im bernischen Sozialhilfewesen sorgen.
Der sinkende Referenzzinssatz soll auch für Kosteneinsparungen im bernischen Sozialhilfewesen sorgen.
Valérie Chételat

Personen, welche in der Stadt Bern So­zial­hilfe erhalten, müssen unter Umständen von ihren Vermietern eine Mietzins­reduktion verlangen. Diese Neuerung hat die städtische Sozialhilfekommission im Januar beschlossen, wie ein dem «Bund» vorliegendes Dokument zeigt. Gemäss ­Felix Wolffers, Leiter des städtischen Sozialamts, werden die neuen Richtlinien in der Praxis schrittweise eingeführt. Damit wird eine vom Stadtrat überwiesene Richtlinienmotion erfüllt. Diese hatte gefordert, dass die Mietzinse der Sozial­hilfe­bezüger dem Referenzzinssatz angepasst werden. Mit 1,75 Prozent ist der Zinssatz seit Dienstag nur noch halb so hoch wie vor gut sechs Jahren. Dies hat positive Auswirkungen auf die an den Zins gebundenen Wohnungsmieten. Bei einem 2009 abgeschlossenem Vertrag sinkt etwa die Miete bei einer Stadtberner 1600-Franken-Wohung – so viel darf die Wohnung einer vierköpfigen, vom Sozialdienst unterstützten Familie höchsten kosten – um 244 Franken. Da die Vermieter nicht verpflichtet sind, die Kürzung unaufgefordert weiterzugeben, müssen sich die Mieter aktiv um die Reduktion bemühen. Gemäss dem Mieterverband wird so letztlich nur jede vierte Miete gesenkt. Bei Sozialhilfebezügern dürfte die Quote noch tiefer sein.

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