Zum Hauptinhalt springen

So bös ist der doch gar nicht!

Die Ask-Force erklärt uns, warum der Bös ein Zeichen der Weltoffenheit der Berner ist und warum Zürcher doch lieber den Bus nehmen.

«Liebe Ask-Force, wie kommt es, dass rund um die Welt – denke ich – Busse fahren ausser in Bern? Allein in Bern sagt jeder: ‹I bi grad im Bös› – oder ‹Nimm doch den Bös 17›, oder so. Gut, dadurch wird sofort klar, wer Berner ist und wer Ausserberner. Eigentlich sehr listig! Gerne freue ich mich auf eine tiefschürfende Erläuterung der für eine solch einmalig schwierige Situation – weltweit gesehen – allein befähigten Ask-Force. Besten Dank! Freundliche Grüsse Herr Ga. aus L.»

Lieber Herr Ga., Ihre Frage macht uns Spass. Oder «Fröd», wie unser Alt-Bundesrat bei jeder Gelegenheit zu sagen pflegt.

Apropos Ogi: Dieser Dölf kommt ja bekanntlich aus Kandersteg, von wo aus man tipptopp ins stets sonnige Wallis einreisen kann, besonders bequem per Autozug und ausgestattet mit einer Riesentafel Ovoschoggi (gibts am Billettschalter für drei Franken). Gemütlich mampfend fahren die Bernerin und der Berner dann durch den Lötschbergtunnel – und mutieren irgendwo in der Mitte in «Üsserschwizer» oder «Grüezini», was in der Geheimsprache jenseits des Tunnels nichts anderes bedeutet als «Nichteinheimische.» Herr Ga., sind Sie am Ende ein Walliser? Oder anders gefragt: Wie kommen Sie auf den Begriff «Ausserberner»? Den kennen wir Bernerinnen und Berner so nicht. Menschen, diennicht aus unserem schönen Kanton stammen, nennen wir normalerweise: «Zürcher». Und die sprechen laut und schnell und sagen «Bus», ausgesprochen: B-U-S, und das dürfen sie auch. Denn sie haben es als Finanzfachleute halt mehr mit den Zahlen.

Wir Berner hingegen empfangen seit nunmehr über 200 Jahren Touristen aus aller Welt, und darum geben wir uns traditionell grosse Mühe mit Fremdsprachen. Wissen Sie, Herr Ga. aus L, es war der Engländer, der als Erster unser schönes Oberland als Reiseziel entdeckt hat – und es war auch der Engländer, der uns den Bus gebracht hat, so etwas verpflichtet! Und der Engländer sagt halt wirklich nicht B-U-S, sondern, je nach Zungenschlag, etwas zwischen B-A-S und B-Ö-S, und das versuchen wir auch, normalerweise übrigens mit starkem S, also nicht «Bös», sondern «Böss». «Bös» werden wir erst, wenn uns der gemeine Bernmobilist wieder einmal direkt vor der Nase wegfährt.

Auch für ennetreussische Fussgänger da: askforce@derbund.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch