Slowenische Adria steigt in Bern ein

Die Airline aus Ljubljana will zwei Maschinen im Belpmoos stationieren.

Wird nach Berlin, Hamburg, München und Wien fliegen: Die Adria Airways.

Wird nach Berlin, Hamburg, München und Wien fliegen: Die Adria Airways. Bild: zvg/Wikimedia Commons

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Die Berner Fluggesellschaft Skywork ist am Samstag vorläufig zum letzten Mal geflogen – gestern teilte Adria Airways die Absicht mit, per 6. November Skywork-Verbindungen zu übernehmen. Dazu werde sie zwei Maschinen in Bern stationieren. Adria wird demnach die Destinationen Berlin-Tegel, Hamburg, München und Wien übernehmen.

Adria ist eine slowenische Fluggesellschaft, die in Ljubljana ein Drehkreuz unterhält und rund 400 Mitarbeiter beschäftigt. Sie gehört einem privaten luxemburgischen Fonds. Adria hatte im Sommer Aufsehen erregt, als sie ankündigte, Flüge der Darwin Airline ab Lugano zu übernehmen, einer Tochter der Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi. Patrick Huber, Chefredaktor des Fachmagazins «Cockpit», vermutet, der Flughafen Bern sei «schon länger dran» gewesen, Ersatz zu suchen, nachdem sich die prekäre Situation von Skywork abgezeichnet habe. Die slowenische Airline dürfte laut Huber Kostenvorteile ausspielen, indem sie die Flugziele mit günstigeren slowenischen Crews anfliegen werde. Zudem seien die Kosten immer geringer, wenn einem bestehenden Netz einige Linien beigefügt würden. «Wie lange Adria die Destinationen anfliegt, muss sich erst noch zeigen.»

Für Huber hat Bern nicht die besten Karten, um im harten Wettbewerb zu bestehen. So sei nur schon das Kerosin im Belpmoos teurer als auf grossen Flughäfen. Für Berner Fluggäste sei die Anfahrt nach Zürich, Basel oder auch Genf nicht übermässig lang. Der Winter ist laut Huber für kleine Gesellschaften stets schwierig: Sie überlebten nur, wenn sie im Sommer gut verdienten.

Die Misserfolge früherer Airlines zeigten, wie schwierig es sei, mit kleinen Maschinen ab Bern Geld zu verdienen. «Und grössere können aus technischen Gründen nicht starten.» Jean-Marc Thévenaz, Chef von Easy Jet Switzerland, habe ihm unlängst versichert, dass der Billigflieger nicht ab Bern operieren werde, so Huber. Das Einzugsgebiet sei zu klein und der Easy-Jet-Standort Genf würde konkurrenziert. (Der Bund)

Erstellt: 30.10.2017, 07:40 Uhr

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