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Mit Studenten gegen den Lehrermangel

Junglehrer können im Kanton Bern bald während des Studiums arbeiten. Damit soll der Lehrermangel etwas entschärft und der Berufseinstieg einfacher werden.

Die PH Bern will, dass ihre Studierenden beim Berufseinstieg nicht verheizt werden, und so dem Lehrermangel entgegenwirken.
Die PH Bern will, dass ihre Studierenden beim Berufseinstieg nicht verheizt werden, und so dem Lehrermangel entgegenwirken.
Keystone

Die PH Bern will den Lehrermangel bekämpfen. Darum vermittelt die Pädagogische Hochschule ihren Studentinnen und Studenten nach dem zweiten Studienjahr eine Teilzeitstelle an einer Kindergarten- oder Primarschulklasse im Kanton Bern. Ihr Bachelorstudium verlängert sich dadurch um ein Jahr. «Im Moment ist man im Kanton für jeden Lehrer dankbar», sagt der Institutsleiter Daniel Steiner. Doch die Studierenden der PH sollen nicht bloss ein «Notnagel» sein und nur in Notfällen eingesetzt werden. Die Studierenden werden sowohl an der neuen Stelle wie auch im Studium eng begleitet.

Das ermöglicht ihnen zudem einen sanfteren Berufseinstieg als bisher. Viele Junglehrer erleiden nämlich einen «Praxisschock», wie Steiner sagt. «Sie geraten nach dem Studium in eine Situation, die sie oft überfordert.» Das Pilotprojekt, an dem vorerst 36 Studierende teilnehmen können, sieht für die jungen Teilzeitlehrerinnen einen Mentor am neuen Arbeitsort sowie einen an der Hochschule vor. Bis zum dritten Studienjahr haben die Studentinnen und Studenten bereits acht Wochen Praktika absolviert. Auch die meisten der pädagogischen und didaktischen Pflichtmodule haben sie dann schon besucht.

Sowohl die Studierenden als auch die Mentoren und Mentorinnen in der Praxis sollen von der Erziehungsdirektion des Kantons Bern (ERZ) mit einem Dreiprozent-Pensum entlastet und mit 170 bis 300 Franken pro Monat vergütet werden. Auch Berufs- und Wiedereinsteiger, die regulär studiert haben, können im ersten Berufsjahr einen Mentor beantragen, wie Erwin Sommer von der ERZ sagt. Der Mentor soll idealerweise im gleichen Schulhaus und auf der gleichen Stufe tätig sein.

Zweimal soll das Pilotprojekt durchgeführt und dann ausgewertet werden. Bis 2022 will die Hochschule entscheiden, ob und in welcher Form die vierjährige Lehrerausbildung reguläres Modell werden soll. Steiner rechnet damit, dass der aktuelle Lehrermangel im Kanton Bern nicht bloss einer konjunkturellen Welle folgt, sondern einem strukturellen Problem geschuldet ist. «Wir werden nicht so schnell wieder einen Lehrerüberschuss haben», sagt er. Denn die Löhne seien tief, und der Lehrplan 21 erfordere mehr Lektionen. Zudem stünden geburtenstarke Jahrgänge vor dem Schuleintritt, während sich die Reihen in den Lehrerkollegien durch Pensionierungswellen lichteten.

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