«Regierung heizt Lehrermangel an»

Der Regierungsrat will ab 2019 den Lehrerinnen und Lehrer im Kanton Bern weniger Lohn zahlen. Gewerkschaften und Personalverbände wehren sich.

In der Gesamtschule Schüpberg in Schüpfen.

In der Gesamtschule Schüpberg in Schüpfen.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Christoph Aebischer@cab1ane

Wegen früherer Sparmassnahmen gerieten Lehrerlöhne, aber auch die Löhne des Staatspersonals aus dem Takt. In den letzten Jahren stellte der Kanton Bern 0,3 Prozent der Lohnsumme bereit, um die entstandenen Lücken zu stopfen. Bei Lehrerinnen und Lehrer betrifft dies vor allem jene mit 11 bis 27 Dienstjahren. Nun will der Regierungsrat ab 2019 diese jährlichen 12 Millionen Franken nicht mehr sprechen.

Gewerkschaften und Personalverbände wehren sich dagegen. Der Berufsverband Bildung Bern betont, der Rückstand sei keineswegs eingeebnet. Bei betroffenen Sekundarlehrpersonen belaufe er sich auf bis zu 450 Franken pro Monat. «Damit setzt der Kanton Bern ein völlig falsches Zeichen und heizt den gravierenden Lehrermangel zusätzlich an», schreibt der VPOD Bern.

Grossrat Daniel Bichsel (SVP, Zollikofen) findet den Vorschlag der Regierung hingegen richtig. Es sei stets klar gewesen, dass diese Sondermassnahme befristet sei. Der Präsident der Finanzkommission erinnert daran, dass im Budget weiterhin ein Wachstum der Lohnsumme von 1,5 Prozent vorgesehen sei. Den Link zum Lehrermangel kann Bichsel nicht nachvollziehen. In Einzelfällen möge es zutreffen, dass Lehrer jenseits der Kantonsgrenzen Stellen annähmen, weil der Lohn dort besser sei. Selbst als Präsident des Verbands Bernischer Gemeinden sieht er keinen Anlass, wegen unbesetzter Lehrerstellen Alarm zu schlagen.

Im Voranschlag räumt die Regierung ein, dass es im Vergleich zum «Konkurrenzumfeld» weiterhin Lohnrückstände gebe. Diese seien jedoch gemildert worden. Zudem sehe das Budget genügend Mittel vor, damit das Personal wieder die höchste Gehaltsklasse erreichen könne.

Der Bernische Staatspersonalverband hofft, dass der Regierungsrat nach den Gesprächen mit den Sozialpartnern im Dezember noch umschwenkt. Das letzte Wort hat aber so oder so der Grosse Rat.

Der Bund

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