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Pulver setzt umstrittenen Lehrplan um

Ab August 2018 wird im Kanton Bern gemäss Lehrplan 21 unterrichtet, obschon eine Initiative dies verhindern will.

Erziehungsdirektor Bernhard Pulver hat die Verordnung über die gestaffelte Einführung des Lehrplans 21 genehmigt.
Erziehungsdirektor Bernhard Pulver hat die Verordnung über die gestaffelte Einführung des Lehrplans 21 genehmigt.
Adrian Moser (Archiv)

Der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) macht ernst: Wie im März angekündigt, hat der Regierungsrat die Verordnung zur Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Bern genehmigt.

Darin sind die Ziele für den Unterricht in der Volksschule in der ganzen deutschsprachigen Schweiz festgelegt. Bern will nun den neuen Lehrplan ab 2018 gestaffelt einführen.

Ab 1. August 2018 gilt er verbindlich für den Kindergarten und die ersten sieben Schuljahre. Ein Jahr später wird er für das 8. Schuljahr und ab August 2020 für das 9. Schuljahr eingeführt. Ende Juli 2022 soll der gesamte Unterricht auf den Lehrplan 21 aufbauen. Kinder, die nach den Ferien die sechste Klasse besuchen, werden den Lehrplan 21 nicht mehr kennen lernen.

Gegen den Lehrplan 21 hat sich in der ganzen Schweiz Widerstand formiert. Ein Komitee sammelt seit Januar Unterschriften für die Initiative «Lehrpläne vors Volk». Die Initianten wollen den Lehrplan 21 damit verhindern. Sie verlangen, dass das Kantonsparlament der Einführung des Lehrplans zustimmen müsse.

Falls das Parlament diesen befürworten würde, könnte das Komitee gegen den Grossratsbeschluss ein Referendum ergreifen. Das Volk könnte somit frühestens 2020, also zwei Jahre nach der Einführung des Lehrplans, darüber befinden, ob im Kanton Bern nach dem Lehrplan 21 unterrichtet werden soll oder nicht.

Passepartout bleibt gültig

Pulver ruft in seiner Mitteilung in Erinnerung, dass die Inkraftsetzung des Lehrplans in der Kompetenz der kantonalen Erziehungsdirektion liege. Der Grosse Rat hat diese Kompetenz 2014 bestätigt und Vorstösse, die dies ändern wollten, abgelehnt. Im Kanton Bern wird der Lehrplan 21 unverändert übernommen.

Einzig im Fachbereich Sprachen gilt für den Französisch- und Englischunterricht weiterhin der bereits bekannte Lehrplan Passepartout. Dieser ist gemäss der Mitteilung des Kantons optimal auf den Lehrplan 21 abgestimmt.

Allgemeine Hinweise und Bestimmungen, welche die Schul- und Unterrichtsorganisation regeln, will die Erziehungsdirektion zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft setzen, aber spätestens bis zum August 2018.

SDA/nj

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