Pulver fordert Kanton Bern zu mehr Selbstbewusstsein auf

Der abtretende Regierungsrat Bernhard Pulver (Grüne) hat die Resultate seines «Entwicklungsdialogs» präsentiert.

Bernhard Pulver trat bei den letzten Kantonswahlen im März nicht zur Wiederwahl an.

Bernhard Pulver trat bei den letzten Kantonswahlen im März nicht zur Wiederwahl an.

(Bild: Adrian Moser)

Der Ende Mai abtretende Regierungspräsident Bernhard Pulver (Grüne) fordert die Entscheidungsträger im Kanton Bern zu mehr Selbstbewusstsein auf. Es sei Aufgabe der Politik, die Zukunft zu gestalten. Seine eigene Zukunft lässt er weiterhin offen.

Persönlich habe er Lust, zu dieser Entwicklung «einen Beitrag zu leisten», sagte Pulver am Donnerstag anlässlich der Medienkonferenz zu den Resultaten des von ihm geführten «Entwicklungsdialogs». Pulver tritt Ende Mai nach 12 Jahren aus der Berner Regierung ab. Was danach kommt, liess Pulver offen.

Darüber werde er bis Ende Jahr entscheiden, erklärte Pulver. «Ich gehe nicht einfach in ein Kloster.» Er habe beim Entwicklungsdialog ein Netzwerk aufgebaut und werde sich auch künftig «in irgend einer Form» wieder einbringen. Pulver gilt auch als aussichtsreicher Kandidat für eine allfällige Ständeratskandidatur der Grünen 2019.

Bern soll Chancen nutzen

Für den «Entwicklungsdialog» während seines Präsidialjahres führte Pulver zahlreiche Gespräche mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zukunftsforschung. Diese bestärkten ihn darin, dass Zukunftsentwicklungen beeinflusst und gestaltet werden könnten.

«Die Politik kann die Zukunft gestalten, und es ist ihre Aufgabe dies zu tun.» Bei den Gesprächen habe er nicht nur den Wunsch nach einer gemeinsamen Vision für den Kanton Bern, sondern auch viel «Aufbruchwillen» gespürt.

Der Kanton Bern solle seine führende Rolle nicht nur als Medizinalstandort wahrnehmen, sondern seine Chancen auch in der Präzisions- und Uhrenindustrie nutzen - und selbstbewusster auftreten. «Den wenigsten ist bekannt, dass der Kanton Bern Industriestandort Nummer eins ist.»

In diesem Zusammenhang plädiert Pulver dafür, mehr «Ökosysteme» zwischen Forschung und Wirtschaft zu schaffen. Dies nach dem Vorbild des Projektes sitem-Insel, dem Institut für Transnationale Medizin und Unternehmertum in Bern, das den Medizinalstandort Bern stärkt.

Pulvers Bericht liegt nun beim neu zusammengesetzten Regierungsrat. Dieser werde entscheiden, ob und wie Pulvers Erkenntnisse in die nächsten Legislaturrichtlinien einfliessen.

mck/sda

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