Prüfung von möglicher BLS-Werkstätte in Biel

Die Begleitgruppe Werkstätten hat Abklärungen zur Frage gestartet, ob die neue Werkstätte der BLS in Biel gebaut werden könnte – statt im Chliforst.

Die Begleitgruppe «Werkstätten» prüft die SBB-Anlagen in Biel als mögliche BLS-Werkstätte.

Die Begleitgruppe «Werkstätten» prüft die SBB-Anlagen in Biel als mögliche BLS-Werkstätte.

(Bild: Adrian Moser (Archiv))

Die SBB-Anlagen in Biel werden als mögliche BLS-Werkstatt geprüft, teilte am Montag die Begleitgruppe mit, welche bereits früher im Auftrag der BLS Standorte gesucht hatte. Der Standort Biel könnte eine Alternative zum umstrittenen BLS-Projekt Chliforst sein. Die Abklärungen dauern voraussichtlich ein halbes Jahr.

Laut der Begleitgruppe wird der Standort Biel unabhängig vom Streit zwischen BLS und SBB um die Fernverkehrs-Konzessionsvergabe geprüft. Dabei würden die gleichen Kriterien angewendet wie schon bei den übrigen möglichen Werkstatt-Standorten. Die Begleitgruppe hatte im Auftrag der BLS schon 42 Standorte geprüft und nun auf Wunsch des Regierungsrats des Kantons Bern ihre Arbeit wieder aufgenommen. Da die Begleitgruppe nun intensiv mit SBB und BLS zusammenarbeite, habe sie ihren Namen von «Werkstätte BLS» zu «Werkstätten» geändert, so die Begleitgruppe.

Gemäss Begleitgruppe hat sie das Vorgehen zur Prüfung in enger Zusammenarbeit mit SBB und BLS vereinbart. Ziel beider Bahnen sei, durch optimale Nutzung der Anlagen bei der Instandhaltung die entsprechenden Investitionen zu senken oder gar zu vermeiden und die Betriebskosten zu optimieren.

Standort Chliforst ist umstritten

Die Prüfung des SBB-Standorts in Biel hat die SBB im Verlauf des Streits um Fernverkehrskonzessionen mit der BLS vorgeschlagen. Das Angebot der SBB basiert laut Angaben der Berner Regierung von Ende August auf einem engeren Rollmaterialeinsatz zwischen BLS und SBB. Nach erfolgter Prüfung wird die Begleitgruppe eine Empfehlung für beide Bahnen abgeben. Ob auf die geplante Werkstatt im Chliforst verzichtet werden kann, könne heute aber noch nicht beantwortet werden, schreibt die Begleitgruppe in der Mitteilung.

Gegen den von der BLS ins Auge gefassten bisherigen Standort im Gebiet Chliforst westlich der Stadt Bern hat sich starker Widerstand geregt. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) legte in einem Ende September veröffentlichten Gutachten dar, dass die geplante Werkstätte die dortige Landschaft schwer beeinträchtigen würde. Sie würde eine Fläche von 21 Fussballfeldern beanspruchen. Schon im Frühling 2015, als die BLS die Werkstätte noch etwas weiter östlich bauen wollte, forderte die SL eine Werkstätten-Kooperation BLS/SBB in Biel.

msl/sda

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