Polizei registriert deutlich weniger Einbrüche

Im Kanton Bern kam es 2014 zu markant weniger Straftaten als im Vorjahr. Zurückgegangen ist vor allem die Zahl der Vermögensdelikte. Die Polizei führt dies auf ihre Präventionskampagne zurück und kündigt an, die Offensive weiterzuführen.

Die Scheibe einschlagen - eine von vielen Möglichkeiten, sich Zugang zu einem Haus zu verschaffen.

Die Scheibe einschlagen - eine von vielen Möglichkeiten, sich Zugang zu einem Haus zu verschaffen.

(Bild: Keystone)

Adrian M. Moser@AdrianMMoser

77'217 – so viele Straftaten hat die Berner Kantonspolizei im Jahr 2014 registriert. Das sind 212 pro Tag oder 9 pro Stunde. Dennoch sprach Kommandant Stefan Blättler an der gestrigen Medienkonferenz zur Kriminalstatistik von einem «erfreulichen Ergebnis». Der Grund: Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Straftaten um 8260 oder 9,6 Prozent zurückgegangen – 2013 betrug sie noch 85'477.

Zu dem Ergebnis beigetragen hat vor allem der deutliche Rückgang bei der grössten Deliktgruppe, den Vermögensdelikten. So ist etwa die Zahl der Diebstähle um 17 Prozent gesunken, von 25'653 auf 21'185. Die Zahl der Einbruchdiebstähle sank gar um 22 Prozent. Noch deutlicher – um 33 Prozent – hat die Zahl der Raube abgenommen. 2013 hat die Polizei deren 341 registriert, 2014 waren es noch 230. Insgesamt sank die Zahl der Vermögensdelikte um 13 Prozent, von 51'635 auf 44'890. Auch die Anzahl anderer Delikte, etwa gegen Leib und Leben, ist gesunken, aber viel weniger deutlich.

Die Polizei «tut was»

Für die Polizei ist die Entwicklung gleich doppelt erfreulich. Einerseits wegen des Rückgangs bei den Straftaten an sich. Andererseits, weil sie sich rühmen kann, den deutlichen Rückgang bei den Vermögensdelikten selber herbeigeführt zu haben. Seit dem vergangenen Jahr läuft die Präventionskampagne «Achtung Einbruch: Wir tun was. Sie auch?». Damit will die Polizei einerseits mit Vorurteilen aufräumen («Einbrecher kommen nachts? Falsch. Ein Grossteil der Einbrüche findet am helllichten Tag statt.») Andererseits soll die Kampagne die Leute sensibilisieren. («Schliessen Sie die Türen und Fenster immer ab. Melden Sie verdächtige Personen der Polizei.»)

Parallel dazu hat die Polizei ihre Arbeit gegen die Einbrecher ausgeweitet: mehr Fahrzeugkontrollen, mehr Überwachungen, mehr präventive Präsenz. Polizeikommandant Blättler führt die gesunkene Zahl von Einbrüchen und Diebstählen auf diese Bemühungen und auf die Kampagne zurück. «Dank wertvoller Hinweise aus der Bevölkerung» sei es gelungen, über 90 mutmassliche Einbrecher in flagranti anzuhalten, sagte er. Weitere 100 Personen seien «nach erfolgreicher Ermittlungsarbeit» vorläufig festgenommen worden. «Ein Ergebnis, das zeigt, dass die bisherigen Massnahmen bereits wirken.» Zur Einordnung: Die Gesamtzahl der Einbruch- und Einschleichdiebstähle betrug 5928.

«Den Kampf fortführen»

Der letzte Teil von Blättlers Vortrag klang wie eine Mischung aus Politikeransprache und Predigt. «Wir haben den Einbrechern den Kampf angesagt. Diesen Kampf werden wir fortführen.» Es wäre falsch, sagte er, sich jetzt einfach darauf zu verlassen, dass die Zahlen in diesem Jahr weiter sinken werden, denn «eine Schwalbe macht noch keinen Frühling». Die Polizei will deshalb ihre Offensive weiterführen.

Im Rahmen der Präventionskampagne will sie 2015 «ganz gezielte Aufklärungsarbeit leisten – sei es an Messen, an Informationsständen oder im Rahmen von Fuss-, Reiter- oder Fahrradpatrouillen». Es gehe darum, den Bürgerinnen und Bürgern «das Einmaleins des Einbruchschutzes in Erinnerung zu rufen», sagte Blättler. «Jeder Einbruch ist einer zu viel. Nur wer weiss, wie Einbrecher vorgehen, kann sich schützen.»

Der Bund

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