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Plädoyer für einen Tag der Verfassung

Ein Gastbeitrag von Thomas Cottier: Die Verfassung von 1848 ist der wichtigste Beitrag der Schweiz zum europäischen Integrations­prozess. Das sollte gefeiert werden.

Thomas Cottier spricht sich dafür aus, den 12. September als Tag der Verfassung zu benennen und zu begehen.
Thomas Cottier spricht sich dafür aus, den 12. September als Tag der Verfassung zu benennen und zu begehen.
Thomas Egli

Am 12. September 1848 trat die neue Bundesverfassung in Kraft. Die Schweiz wurde zum Bundesstaat souveräner Kantone. Die Tagsatzung wurde aufgelöst und die Räte trafen sich erstmals im Äusseren Stand in Bern. Sie wählten in der Folge den ersten Bundesrat der modernen Schweiz. Das Datum der Geburtsstunde der modernen Schweiz blieb bis heute weitgehend unbekannt; die neue Verfassung verstand sich ohne Pathos als Grundordnung des jungen Bundesstaates. Im Zuge der europäischen Nationalstaatenbildung rekurrierte die Schweiz Ende des 19. Jahrhunderts auf den Entstehungsmythos der Alten Eidgenossenschaft vom 1. August 1291 – vielleicht aus Rücksicht auf die Verlierer des Sonderbunds­krieges, aber ohne Rücksicht auf die neuen Kantone und die welsche Schweiz, die dem Bund erst 1815 beitraten und wesentlich zur neuen Verfassung beigetragen hatten. Man denke an die Leistungen Dufours.

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