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Bernasconi tritt zum zweiten Wahlgang an - Gsteiger verzichtet

Regierungsratskandidat Patrick Gsteiger (EVP) wird am 2. Wahlgang nicht teilnehmen. SP-Kandidat Roberto Bernasconi hingegen schon.

Patrick Gsteiger wird am 2. Wahlgang nicht teilnehmen.
Patrick Gsteiger wird am 2. Wahlgang nicht teilnehmen.
Franziska Rothenbüler

Die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang der Regierungsrats-Ersatzwahl im Kanton Bern hat sich geklärt: Im Rennen bleiben Pierre Alain Schnegg von der SVP und Roberto Bernasconi von der SP. Nicht mehr antreten wird EVP-Kandidat Patrick Gsteiger.

Er lag nach dem ersten Wahlgang zu weit hinter Schnegg und Bernasconi. Gsteigers Resultat im ersten Wahlgang habe den Erwartungen und Berechnungen der Partei entsprochen, teilte die EVP am Montag mit. Die Resultate der drei bernjurassischen Kandidaten zeigten aber, dass eine Mittevertretung in der Regierung in der aktuellen Konstellation nicht mehrheitsfähig sei.

Die SP gab am Montagnachmittag erwartungsgemäss bekannt, dass Bernasconi zum zweiten Wahlgang antritt. Bernasconi habe im ersten Wahlgang ein «hervorragendes Resultat gemacht und gezeigt, dass er im gesamten Kanton gute Wahlchancen hat», zeigte sich Parteipräsidentin Ursula Marti laut Mitteilung überzeugt.

Der am 3. April zu vergebende Sitz in der Berner Regierung ist speziell, denn er ist für einen Vertreter oder eine Vertreterin des Berner Juras reserviert. Der Kanton Bern will mit dem verfassungsmässig garantierten Sitz der französischsprachigen Minderheit Rechnung tragen.

Die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang ist offen. Im ersten Wahlgang kam Schnegg auf 154'217 Stimmen, Bernasconi auf 152'081. Gsteiger kam auf 43'192 Stimmen.

Mit dem Rückzug Gsteigers könnten dessen Stimmen tendenziell eher dem Sozialdemokraten Bernasconi zugute kommen. Allerdings hatte Schnegg im ersten Wahlgang im Berner Jura und im gesamten Kantonsgebiet das bessere Resultat erzielt als sein Kontrahent von der SP.

Für Schnegg könnte auch sprechen, dass er aller Voraussicht nach die ungeteilte Unterstützung der bürgerlichen Parteien geniesst. Im ersten Wahlgang waren sich die Bürgerlichen noch nicht durchgängig einig.

Entscheidend wird nun sein, wie Schnegg und Bernasconi es schaffen, die Wählenden in ihrem Verwaltungskreis, aber auch im ganzen Kanton Bern für den 3. April zu mobilisieren. Grössere kantonale oder eidgenössische Abstimmungen, die die Menschen an die Urne locken, stehen dann nicht an.

Spezieller Wahlmodus

Gewählt werden die Kandidaten für den Jura-Sitz im gesamten Kanton Bern. Die Stimmen, die sie in ihrem Verwaltungskreis Berner Jura machen, haben aber etwas mehr Gewicht. Sie werden mit dem Stimmen im ganzen Kanton multipliziert. Anschliessend wird die Wurzel aus dem Produkt gezogen. Wer das grössere, sogenannte geometrische Mittel hat, ist gewählt.

Bis am Donnerstag können sich theoretisch auch noch neue Kandidierende bei der Staatskanzlei für den zweiten Wahlgang am 3. April anmelden. Es ist allerdings kaum anzunehmen, dass plötzlich noch Kandidaten auftauchen, die den Ausgang der Wahl entscheidend beeinflussen könnten.

Entscheid über Regierungsmehrheit

Der zweite Wahlgang am 3. April wird es in sich haben, denn auf dem Spiel stehen die Mehrheitsverhältnisse in der Berner Regierung. Seit zehn Jahren dominiert Rot-Grün. Das könnte sich ändern, wenn am 3. April Schnegg gewählt wird. Dann hätte der Kanton Bern wieder eine bürgerliche Mehrheit im Regierungsrat. Schafft Bernasconi die Wahl, bleiben die bisherigen Mehrheitsverhältnisse bestehen.

Aktuell setzt sich der Regierungsrat aus drei Vertretenden der SP, und je einem Mitglied der Grünen, der FDP, der BDP und der SVP zusammen. Die beiden Sozialdemokraten Andreas Rickenbacher und Philippe Perrenoud gaben vor einigen Monaten ihren Rücktritt bekannt. Perrenoud hält den Jura-Sitz.

Die SP konnte am Sonntag Rickenbachers Sitz verteidigen. Im ersten Wahlgang schaffte der Berner Oberländer Christoph Ammann den Sprung in die Berner Kantonsregierung.

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