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Parlamentarier nehmen Thorberg unter die Lupe

Thorberg-Direktor Thomas Egger habe bisher nicht für die erhoffte Beruhigung gesorgt, sagt Peter Siegenthaler (SP), Präsident der parlamentarischen Aufsicht.

Immer wieder in den negativen Schlagzeilen: die Justizvollzugsanstalt Thorberg.
Immer wieder in den negativen Schlagzeilen: die Justizvollzugsanstalt Thorberg.
Adrian Moser

Die Justizvollzugsanstalt Thorberg kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus: Nebst der angeblichen Affäre zwischen einer inzwischen suspendierten Betreuerin und einem Insassen sorgen auch die hohe Fluktuation unter den Mitarbeitenden sowie Klagen eines einstigen Mitarbeiters im Sender TeleBärn über den Führungsstil von Direktor Thomas Egger für Unmut. Vor allem Letzteres hat Mitglieder der Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates (GPK) aufhorchen lassen. Bei der Amtseinsetzung von Direktor Egger Ende 2014 habe man sich eine Beruhigung der Situation auf dem Thorberg erhofft, sagt GPK-Präsident Peter Siegenthaler (SP). «Ich stelle fest, dass die erhoffte Beruhigung bis heute nicht im erwarteten Ausmass eingetreten ist.»

Egger verweist auf Reorganisation

Laut Siegenthaler würden zurzeit Fakten gesammelt, um Anträge zur Einleitung einer Untersuchung durch die Kommission begründen zu können. Im Fokus stünden die personalrechtlichen Probleme, die der einstige Mitarbeitende im TV-Interview aufgeworfen habe. Allfällige Bevorzugungen von Insassen oder Mitarbeitenden zum Beispiel seien nicht tolerabel. Laut Siegenthaler wird der Ausschuss der GPK noch vor den Sommerferien über die Anträge betreffend einer Untersuchung entscheiden.

Thorberg-Direktor Egger hat diese Woche in zwei TV-Interviews Stellung zu den jüngsten Vorfällen genommen. Die Anfrage für ein Gespräch mit dem «Bund» lehnte er jedoch unter Hinweis auf eine laufende Reorganisation ab, die noch bis am 10. Juli im Gange sei. Nach Abschluss des Projektes werde eine Medienorientierung über die Hintergründe, Herausforderungen und Chancen der Reorganisation durchgeführt. «Ich möchte diesem Anlass nicht vorgreifen», hält Egger fest. In einem Interview kurz vor Amtsantritt hielt er fest, dass er die Strafanstalt Thorberg «auf ein Niveau führen wolle, das den heutigen Standards entspricht».

Eggers Vorgänger erhielt zu Beginn des Jahres 2014 die Kündigung, weil er vor seiner Amtszeit Kontakte zu einer Prostituierten in der Drogenszene hatte und einem Insassen ein Bild abgekauft hatte.

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