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Parlament nimmt umfangreiche Debatte zur Kulturpflege in Angriff

Das Berner Kantonsparlament hat am Mittwochabend noch ein heisses Eisen angepackt und die Debatte der neuen Kulturpflegestrategie aufgenommen.

Unter anderem für die Archäologie hätte der Kanton Bern gerne mehr Geld zur Verfügung: Ausgrabung am Bielersee.
Unter anderem für die Archäologie hätte der Kanton Bern gerne mehr Geld zur Verfügung: Ausgrabung am Bielersee.
Adrian Moser

Besonders viele Emotionen schürt dabei die Denkmalpflege. Der Kanton Bern ist reich an Kulturgütern, nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Schutz- und Nutzungsinteressen mitunter in die Quere kommen. Die neue Strategie orientiere sich an der Maxime so wenig wie möglich und so viel wie nötig, betonte die Präsidentin der vorberatenden Kommission, Elisabeth Zäch (SP/Burgdorf).

Insbesondere umstritten ist die Frage, wie viele Gebäude im Kanton Bern unter Schutz gestellt sein sollen. Derzeit sind im Kanton Bern rund 36'000 Objekte inventarisiert, das sind etwa neun Prozent. Als schützenswert sind 13'000 Gebäude eingestuft, als erhaltenswert 23'000. Klar ist, dass das Inventar entschlackt werden soll. Die vorberatende Bildungskommission (BIK) hatte im Vorfeld der Debatte mit ihrer Forderung die Kategorie erhaltenswert zu streichen für heftigen Wirbel gesorgt.

Von ihrer Forderung ist die BIK inzwischen wieder abgerückt. Stattdessen sollen die schutz- und erhaltenswürdigen Objekte innerhalb von fünf Jahren überprüft werden. Die Anzahl Objekte soll danach noch rund 6 Prozent betragen. Aus der Mitte des Rates lagen am Mittwochabend rund 20 Planungserklärungen mit unterschiedlichsten Vorstellungen zu dieser Frage vor.

Debatte noch nicht beendet

36'000 geschützte Objekte seien zu viel, betonte Käthi Wälchli namens der SVP. Wenn man innere Verdichtung, Schutz von Kulturland und Schaffung von Wohnraum unter einen Hut bringen wolle, dann brauche es Opfer. Ein solches Opfer sei eben die Reduktion der schützenswerten Objekte. Der beste Schutz vor dem Verfall sei die Nutzung eines Objekts, betonte Vreni Kipfer von der BDP. Die Denkmalpflege dürfe nicht eine Verhinderungsbehörde sein.

Ausgerechnet jene Kreise, die sich sonst Tradition gross auf die Fahnen schreiben, würden nun mit Inbrunst an der Demontage der Denkmalpflege arbeiten, kritisierte Nicola von Greyerz namens der SP. Die Grünen begrüssten die neue und «schweizweit erste Kulturstrategie», wie Grossrätin Bettina Keller betonte. Der Rat wird seine Debatte am Donnerstag fortführen.

SDA/mer

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