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Olympia 2026: Das Berner Stimmvolk soll mitreden können

Das Berner Stimmvolk soll sich frühzeitig zu einer allfälligen Beteiligung des Kantons Bern an der Kandidatur Sittens für die Olympischen Winterspiele 2026 äussern können.

Könnte die Berner PostFinance Arena zum olymischen Spielfeld werden?
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Peter Schneider

Der Grosse Rat überwies mit 129 zu 2 Stimmen einen Vorstoss von sieben Grossratsmitgliedern aus ebensovielen Parteien an die Kantonsregierung. Er besagt, dass der Regierungsrat die Beteiligung Berns an den Spielen dem Grossen Rat vorlegen soll. Anschliessend soll der Beschluss des Rats automatisch dem Volk vorgelegt werden. Die Vorstösser argumentierten, im Kanton Graubünden habe der Regierungsrat auch frühzeitig das Volk zu einer Bündner Olympiakandidatur an der Urne befragt.

Ausserdem wecke der Tour-de-France-Etappenhalt von vergangenem Jahr in Bern «ungute Erinnerungen»: Damals hätten die beiden Parlamente von Stadt und Kanton Bern erst dann etwas zum Engagement der öffentlichen Hand sagen können, als ein Nein praktisch unmöglich geworden sei.

Bekanntlich erwiesen sich sich dann die vom Kanton Bern zur Verfügung gestellten Mittel als ungenügend und der Regierungsrat musste einen Zusatzkredit sprechen. Im Kanton Graubünden lehnte das Volk im Februar einen 25-Millionen-Franken-Kredit für die Vorbereitung der Bündner Olympia-Kandidatur ab.

Nur als Postulat überwiesen

Während also der Vorstoss an sich unbestritten war, waren sich die verschiedenen Fraktionen im Rat nicht einig, wie vehement der Rat zuhanden der Regierung intervenieren solle: in der Form des schwächeren Postulats oder als verbindliche Motion.

Der bernische Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann sagte, auch der Regierungsrat sei der Ansicht, vor dem Einreichen einer Schweizer Kandidatur beim Internationalen Olympischen Komitee müssten Kreditbeschlüsse vorliegen. In seiner schriftlichen Antwort an den Grossen Rat hatte die Regierung von Volksabstimmungen gesprochen.

Dort hatte die Berner Regierung darauf hingewiesen, dass der Kanton Bern im Gegensatz zum Kanton Graubünden keine eigene Kandidatur anstrebe. Auch werde sich die sogenannte «Host City» gemäss aktueller Planung nicht im Kanton Bern befinden. Das sei doch nicht ganz dasselbe wie im Kanton Graubünden.

Die Erstunterzeichnerin des Vorstosses, Simone Machado Rebmann (GPB-DA/Bern), wandelte schliesslich den Vorstoss in ein Postulat. Als Postulat stiess er wie gesagt auf grosse Zustimmung, obwohl etwa SVP-Sprecherin Anne-Caroline Graber den Urhebern des Vorstosses unterstellte, sie hätten es von Beginn an auf die Verhinderung der Berner Beteiligung abgesehen. Verschiedentlich hiess es, man müsse eine allfällige Berner Beteiligung nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance sehen.

Bundesrat soll sich äussern

Die Berner Regierung geht davon aus, dass das Internationale Olympische Komitee den Vergabeentscheid im Sommer oder Herbst 2019 trifft. Zuerst müsse - noch in diesem Jahr - der Bundesrat aber einen Grundsatzentscheid für oder wider olympische Winterspiele in der Schweiz fällen, sagt der Regierungsrat.

Der Exekutivrat von Swiss Olympic beschloss im März dieses Jahres, die Kandidatur von Sitten weiterzuverfolgen. Mitte April folgte ihm das Sportparlament und bewilligte acht Millionen Franken für die Vorbereitung der Kandidatur.

Im Kanton Bern soll gemäss jetzigen Vorstellungen das Skispringen und die Nordische Kombination ausgetragen werden (in Kandersteg). Auch sind Eishockey-Spiele geplant (in Bern und Biel), und in Thun könnte eins von zwei Olympischen Dörfern entstehen.

(SDA)

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