Schnegg gibt im Inselspital den Tarif durch

Uwe E. Jocham wird neuer CEO der Insel-Gruppe. Das weckt Hoffnung – aber auch Kritik.

Uwe E. Jochams neuer Posten als CEO der Insel-Gruppe lässt einige Kritik laut werden.

Uwe E. Jochams neuer Posten als CEO der Insel-Gruppe lässt einige Kritik laut werden.

(Bild: Reto Andreoli)

Basil Weingartner@bwg_bern
Adrian M. Moser@AdrianMMoser

In der Berner Insel-Gruppe führt künftig kein Weg an Uwe E. Jocham vorbei. Nachdem er im Dezember zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt wurde, übernimmt der bekannte Unternehmer per 1. Februar auch das Amt des CEO. Das Verwaltungsratspräsidium soll Jocham zwar bald wieder abgeben. Mehrere gut informierte Quellen bestätigen aber, dass Jocham zumindest einfacher Verwaltungsrat bleiben will. Auch so bliebe er der starke Mann im Unternehmen.

Der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) setzt grosse Hoffnung in den Berner Manager mit bayrischen Wurzeln. Jocham sei fähig, «das Vertrauen innerhalb und ausserhalb des Spitals wieder zu stärken» und die Spitalgruppe «rasch neu auszurichten». Die Insel-Gruppe steht im Bereich der universitären Spitzenmedizin im direkten Konkurrenzkampf mit Zürich und Lausanne, die sich abgesetzt haben. So gilt es etwa, in der Onkologie aufzuholen oder im Herzbereich die starke Position zu halten. Zudem stehen wichtige Infrastrukturentscheide mit langfristigen Auswirkungen an. Etwa wie das neue Bettenhochhaus gebaut werden und was mit der baufälligen Frauenklinik geschehen soll. Offen ist auch, ob es tatsächlich ein neues Stadtspital braucht.

Kritik an der Machtfülle

Schnegg ist überzeugt, in Jocham, der der Universität nahesteht, den richtigen Mann gefunden zu haben. Derart überzeugt sogar, dass er im vergangenen Sommer einen detaillierten Plan ausgearbeitet hat, um Jocham an der Insel-Spitze zu installieren. Das zeigen Recherchen des «Bund». Schnegg hat in der Folge unter anderem direkten Einfluss auf den damaligen Verwaltungsratspräsidenten Joseph Rohrer genommen. Doch dieser sah die für Jocham vorgesehene Machtfülle kritisch – und musste deshalb gehen. Rohrer ist mit seiner Kritik nicht alleine. Der Berner Gesundheitsökonom Heinz Locher zeigt sich «irritiert» über Jochams Doppelfunktion und fordert mehr Transparenz.

Der Bund

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