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Nur 6000 Zuschauer bei Berner Derby?

Das nächste Derby zwischen dem FC Thun und dem BSC Young Boys kann eventuell nur vor 6000 Zuschauern ausgetragen werden. Der Grund: Lärmklagen aus der Thuner Bevölkerung.

Beschränkung auf 6000 Zuschauer? Das Thuner Stadion.
Beschränkung auf 6000 Zuschauer? Das Thuner Stadion.
Adrian Moser

Wenn die Arena Thun voll besetzt ist, dringt zu viel Lärm ins Wohnquartier neben dem Stadion. Deshalb kann das Derby zwischen dem FC Thun und dem BSC Young Boys Bern vom 27. September im neuen Thuner Stadion eventuell nur vor 6000 Zuschauern ausgetragen werden.

Die Erbauer der neuen Arena Thun im Westen der Stadt schlossen nämlich - anders als im Baugesuch vorgesehen - eine Lücke zwischen dem Obergeschoss des Stadions und dem Dach nicht. Auf die Wohngebäude neben dem Stadion wirken deshalb laut einem Gutachten von Experten zirka 2 Dezibel zu viel Lärm ein.

Der Thuner Regierungsstatthalter Marc Fritschi sprach deshalb schon in seiner Baubewilligung vom 7. Juli 2011 eine Begrenzung der Zuschauerzahl auf 6000 pro Spiel aus. Er bestätigte am Freitag auf Anfrage entsprechende Aussagen im «Thuner Tagblatt» vom gleichen Tag. Fritschi erlaubte aber versuchshalber eine Belegung von 10'000 Personen befristet auf ein Jahr.

Nachdem die Stadionerbauer mit etlicher Verspätung ein Sanierungskonzept eingereicht hatten, wollte Fritschi eigentlich auf Antrag der Arena-Thun-Erbauer für das Derby vom 27. September die Beschränkung auf 6000 Zuschauer aufheben. Anwohner erhoben aber gegen diesen Entscheid Fritschis Beschwerde.

Superprovisorische Verfügung

Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) hat nun mit einer superprovisorischen Verfügung die Beschränkung auf 6000 Zuschauer einstweilen in Kraft belassen. Andrea Greiner, Vorsteherin des Rechtsamts der BVE, begründet das Vorgehen ihres Amts auf Anfrage mit der Rechtskraft, welche Fritschis Entscheid vom Sommer 2011 inzwischen habe.

«Wir mussten die superprovisorische Verfügung erlassen, bevor der FC Thun über 6000 Tickets verkauft hat.» Voraussichtlich nächste Woche entscheidet die BVE, wie es weitergehen soll. Dieser Entscheid kann ans Verwaltungsgericht weitergezogen werden.

Konzept mit ein Jahr Verspätung eingereicht

Wieso erlaubte Fritschi der Arena Thun versuchsweise während eines Jahres die maximale Belegung von 10'000 Personen im Wissen darum, dass ein Element des Lärmschutzes fehlte? Auf diese Frage sagte der Thuner Statthalter, ein Lärmgutachten habe vermuten lassen, dass bei 6000 Zuschauern die Grenzwerte eingehalten würden.

Zudem ziehe längst nicht jedes Spiel des FC Thun so viele Zuschauer an. Das stimmt: Der FC Thun verzeichnete in der vergangenen Saison laut einer Meldung der Sportinformation einen Zuschauerdurchschnitt von 6100 Personen. Kommen Mannschaften wie YB oder Basel, sind viele Zuschauer im Stadion, kommt Servette, sind es wenige.

«Deshalb verzichtete ich für die erste Saison auf eine Beschränkung, verlangte aber Lärmmessungen und ein Sanierungskonzept für die Saison 2012/13», sagt Fritschi. Die Betreiber oder Besitzer der Thun Arena hätten dieses Konzept bis Ende August 2011 einreichen müssen, taten dies aber erst vor kurzem.

Die Betreiber der Arena Thun gaben bisher der Nachrichtenagentur sda keine Stellungnahme ab.

Albert Staudenmann, Sprecher des BSC Young Boys und der Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG, sagte auf Anfrage, in Bern gebe es die Probleme von Thun nicht. YB habe ein sehr gutes Einvernehmen mit den Anwohnern.

SDA/bs

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