Nicht schädlicher als Zigaretten

Über CBD-Hanf gibt es erst wenige wissenschaftliche Studien. Es wird aber davon abgeraten, nach dem Konsum autozufahren.

Das Sortiment an CBD-Hanf ist ziemlich gross.

Das Sortiment an CBD-Hanf ist ziemlich gross.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Calum MacKenzie@CalumMacKenzie0

Die Hanfpflanze enthält über 80 arteigene Stoffe, sogenannte Cannabinoide. Das bekannteste Cannabinoid heisst Tetrahydrocannabinol (THC). Es verleiht Cannabis seine psychotrope Wirkung. In der Schweiz sind Cannabisprodukte mit einem THC-Gehalt von über 1 Prozent dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. THC-arme und somit legale Hanfprodukte werden jedoch zunehmend vertrieben.

Zu den erfolgreichsten Produkten gehören solche mit einem hohen Gehalt eines anderen Cannabinoids: Cannabidiol oder CBD. CBD hat keinen psychoaktiven, sondern lediglich einen beruhigenden Effekt. Untersucht werden zudem medizinische Anwendungen – einige Studien haben bei CBD auf schmerzlindernde, schlaffördernde, antibakterielle und sogar krebshemmende Wirkungen hingewiesen. Diese Eigenschaften kommen laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) «als therapeutische Wirkungen in Betracht», seien aber «derzeit noch ungenügend erforscht». In der Schweiz ist die Verwendung von CBD in Rezepturarzneimitteln nicht möglich, in Deutschland hingegen ist dies erlaubt.

Cannabidiol kann als Öl, als Zutat von Konditoreiwaren oder durch das Rauchen von Zigaretten aufgenommen werden. CBD-Zigaretten sind laut BAG nicht gesundheitsschädlicher als herkömmliche Zigaretten. Für gesundheitlich schwerwiegende Nebenwirkungen von CBD gibt es bislang keine festen Beweise. Trotzdem fordert derzeit eine Gruppe bürgerlicher Politiker um SVP-Nationalrätin Verena Herzog ein CBD-Verbot.

CBD-reicher Cannabis gilt als Tabakersatzprodukt und muss die an Tabakwaren gestellten Anforderungen erfüllen. Das BAG weist jedoch darauf hin, dass CBD-Hanf trotzdem eine geringe Menge THC enthält. Der wiederholte Konsum könne also zur Überschreitung der im Strassenverkehr erlaubten THC-Blutgrenzwerte führen. In einem solchen Fall gilt die betroffene Person als fahrunfähig. Das BAG warnt, dass sich nicht ermitteln lässt, ob der THC-Blutwert von legalen oder illegalen Produkten stammt. Deswegen sei CBD-Freunden «davon abzuraten, diese Produkte zu konsumieren und danach ein Fahrzeug zu steuern».

Der Bund

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