Mehrere Abgänge bei der Kesb-Führung

Bei den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) müssen drei Führungspersonen ersetzt werden – allen voran Präsident Patrick Fassbind.

Wie geht es bei der Kesb nach dem Abgang von Präsident Patrick Fassbind weiter?

Wie geht es bei der Kesb nach dem Abgang von Präsident Patrick Fassbind weiter? Bild: Adrian Moser

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Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) stehen vor einem personellen Umbruch. In den nächsten Monaten müssen gleich drei Schlüsselpositionen neu besetzt werden. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Kesb-Präsident Patrick Fassbind seinen Posten abgibt. Er übernimmt ab dem 1. Mai die Leitung der Kesb Basel-Stadt.

«Mein Wunsch war es immer, nach Basel zurückzukehren. Nun hat sich unverhofft eine Möglichkeit ergeben», sagt Fassbind. Der dortige Leiter lässt sich frühpensionieren. Fassbind stammt ursprünglich aus dem Kanton Basel-Landschaft.

Drohen unruhigere Zeiten?

Fassbind war nicht nur Präsident der Geschäftsleitung der 12 Kesb im Kanton Bern, sondern auch Chef der Kesb Stadt Bern. Beide Stellen werden aufgrund seines Abgangs frei, sie werden demnächst ausgeschrieben. Doch es gibt noch weitere Wechsel. Schon Ende 2015 war bekannt geworden, dass die Präsidien der Kesb Oberland-Ost und Berner Jura neu bestellt werden müssen. In beiden Regionen werden die aktuellen Chefs Mitte Jahr pensioniert.

Kommt es bei den Kesb somit zu einen Aderlass? Geraten sie nun wieder in unruhige Zeiten? Der zuständige Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) winkt ab: «Die Kesb sind mittlerweile gefestigt und nicht von Einzelpersonen abhängig.» Ähnlich tönt es bei GLP-Grossrätin Barbara Mühlheim. «Auch wenn die Orientierungstürme neu aufgebaut werden müssen, erwarte ich keine neuen Baustellen», sagt sie.

Fassbind sagt, er könne die bernischen Kesb mit einem «guten Gewissen» verlassen. Die Aufbauphase sei vorüber, jetzt stehe die Konsolidierung im Vordergrund. Als «Baustellen» bezeichnet er die internen Prozesse, die noch effizienter werden müssten. Zudem bestehe bei der Leserfreundlichkeit der Kesb-Entscheide Potenzial nach oben. Grundsätzliche Probleme sieht er keine. «Die Kesb im Kanton Bern gehören zu den am besten aufgestellten der Schweiz. Dies zeigt auch die Kritik, die sich hier in Grenzen gehalten hat.»

«Richtiger Mann am richtigen Ort»

Für seine Arbeit erhält Fassbind viel Lob. «Er hat mit seiner ruhigen und unaufgeregten Art geholfen, Pionierarbeit zu leisten», sagt Neuhaus. «Ich hätte Fassbind gerne für zehn Jahre gehabt», sagt Mühlheim. Er habe als «Kapitän» zusammen mit seiner Leitungscrew und der Chefin des kantonalen Jugendamts, Andrea Weik, das Kesb-Schiff in ruhige Gewässer geführt. «Fassbind war der richtige Mann am richtigen Ort», sagt FDP-Grossrätin Katrin Zumstein, Präsidentin der Gesundheitskommission. Er habe den Kindes- und Erwachsenenschutzbereich aus dem Effeff gekannt.

Bevor er 2013 in den Kanton Bern wechselte, hatte er bereits mitgeholfen, die Kesb im Kanton Glarus aufzubauen. Gemäss Zumstein war er auch ein «guter Kommunikator». Wenn die Kesb angegriffen wurden, habe er stets ruhig und sachlich Auskunft gegeben sowie Verständnis für die Kritik gezeigt. Fassbind hat in den letzten Jahren über 200 Referate im Kanton Bern gehalten, immer wieder ist er auch in nationalen Medien aufgetreten.

Fassbind war der zweite Präsident der bernischen Kesb, die 2013 die über 300 kommunalen Vormundschaftsbehörden abgelöst hatten. Sein Vorgänger Jürg Eberhart hat den Posten nach einem Jahr abgegeben. (Der Bund)

Erstellt: 29.01.2016, 08:25 Uhr

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