Mehr Geld für die Ausbildung der Assistenzärzte

Der Kanton Bern soll sich 2016 wieder stärker an der Ausbildung der Assistenzärzte in den bernischen Spitälern beteiligen. Der Grosse Rat hat am Mittwoch eine Finanzmotion aus den Reihen von FDP, GLP, SP und Grünen überwiesen.

Der Kanton Bern soll sich 2016 wieder stärker an der Ausbildung der Assistenzärzte in den bernischen Spitälern beteiligen.

Der Kanton Bern soll sich 2016 wieder stärker an der Ausbildung der Assistenzärzte in den bernischen Spitälern beteiligen.

(Bild: Valérie Chételat (Symbolbild))

Bern zahle zurzeit so wenig wie kein anderer Kanton, machten die Motionäre geltend. 10'000 Franken wird den Spitälern zurzeit für jede Assistenzstelle ausgerichtet. Andernorts ist es deutlich mehr - in Zürich etwa 16'000, in Basel-Stadt 24'000, in Westschweizer Kantonen bis zu 90'000 Franken.

Im Kanton Bern müssten die Spitäler die ärztlichen Weiterbildungen durch Querfinanzierungen sicherstellen, kritisierte Motionär Hans-Peter Kohler (FDP). Zudem sei die Insel als Uni-Klinik im Wettbewerb mit anderen Universitätsspitälern benachteiligt.

Die Motion verlangt eine Erhöhung auf 15'000 Franken im kommenden Jahr. Der Regierungsrat lehnte dies ab. Die Höhe der effektiven Kosten sei schwer zu bemessen. Ausserdem strebe die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren sowieso einen einheitlichen Mindestbeitrag von 15'000 Franken ab dem Jahr 2017 an.

Das sei der richtige Weg, sagte Jakob Etter (BDP), einer der Gegner der Motion. Jede Sparmassnahme sei wirtschaftlich schädlich, aber eben auch unabdingbar. Ausserdem seien die Ärzte nicht gerade die Berufsgruppen mit den tiefsten Löhnen, und andere Branchen finanzierten ihre Weiterbildung auch selber.

Etter und seine BDP-Fraktion konnten die Ratsmehrheit nicht überzeugen: Die Motion wurde mit 90 zu 48 Stimmen bei 15 Enthaltungen überwiesen.

Mehrheitsfähig wurde die Vorlage dank den Ja-Stimmen der halben SVP-Fraktion, wie ein Blick auf das Abstimmungsprotokoll zeigt. Diese SVP-Grossräte stimmten mit SP, Grünen, GLP sowie einigen EVP-Mitgliedern und zwei Freisinnigen.

gbl/sda

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