Lohnreduktion für 60 bernische Sekundarlehrer

Knapp 60 Sekundarlehrer, die an der Primarstufe unterrichten, verdienen ab 1. August 2015 spürbar weniger. Diesen Grundsatzentscheid von 2004 hat der Grosse Rat am Mittwoch bekräftigt.

In diesem Sommer läuft die Frist der Besitzstand-Regelung und damit die Regelung des Sekundarlehrer-Lohns für Primarlehrer aus.

In diesem Sommer läuft die Frist der Besitzstand-Regelung und damit die Regelung des Sekundarlehrer-Lohns für Primarlehrer aus.

(Bild: Keystone)

Mit 92 zu 44 Stimmen lehnte das Kantonsparlament eine Motion von Roland Näf (SP) ab, der Lösungen für die «Härtefälle» forderte. Der Regierungsrat solle den Betroffenen mit einem freiwilligen Lohnzuschlag entgegen kommen. Doch davon wollte die Ratsmehrheit nichts wissen.

Bei der Einführung des 6/3-Systems in den 1990er-Jahren war Sekundarlehrern der Besitzstand zugesichert worden: Wer aufgrund der Reform an die Primarstufe wechsle, erhalte bis zur Pensionierung den Seklehrer-Lohn. 2004 wurde der Entscheid korrigiert: Die Besitzstand-Regelung wurde auf zehn Jahre befristet, bis Sommer 2015.

Nach Ansicht der Ratsmehrheit hatten die Betroffenen genügend Zeit, um in diesen zehn Jahren einen Job an einer Sekundarschule zu finden. Die Minderheit entgegnete vergeblich, man mute einigen Dutzend Lehrern für die letzten Berufsjahre eine schwer nachvollziehbare Lohnreduktion zu.

Erziehungsdirektor Bernhard Pulver zeigte Verständnis für das Anliegen des Motionärs. Ohne Gesetzesänderung seien ihm aber die Hände gebunden.

Ausserdem müsse man das Problem auch aus Sicht der Primarlehrer betrachten. Sie verdienten seit Jahren für die exakt gleiche Arbeit deutlich weniger als «der Kollege im Schulzimmer nebenan». Die Lohndifferenz beträgt laut Pulver bis zu 1000 Franken.

agr/sda

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