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«Lohngleichheit. Punkt. Schluss»

Im Kanton Bern wurde der Tag der Arbeit an neun Orten zwischen Biel und Interlaken mit Reden, Konzerten und Festwirtschaften begangen.

Auch die SDA beteiligte sich an der Berner Kundgebung.
Auch die SDA beteiligte sich an der Berner Kundgebung.
Raphael Moser

In der Stadt Bern nahmen rund 2000 Personen am Umzug und einer anschliessenden Kundgebung auf dem Bundesplatz teil. Der Umzug führte von der Kramgasse durch die Innenstadt zum Bundesplatz - angeführt von Frauen, die das Transparent mit dem 1. Mai-Motto: «Lohngleichheit. Punkt. Schluss» trugen. Plakate mit violetten Schnecken symbolisierten die Langsamkeit, mit dem die Gleichstellungsanliegen in der Schweiz vorankommen.

Gewerkschaften aller Sektoren trugen ihre Fahnen und Transparente durch die Berner Gassen - mitgeführt wurde von der Branchengewerkschaft Syndicom sowie von sda-Journalistinnen auch das Transparent des Streiks von Ende Januar: «sda nicht für Gewinne da».

Dem offiziellen 1. Mai-Umzug schloss sich auch ein «revolutionärer Block» mit mehreren hundert Teilnehmenden an, die zum 1. Mai unter dem Motto «reclaim the future» auf die Strasse gingen.

Reden und Risotto

Auf dem Bundesplatz plädierte die höchste Stadtbernerin, Stadtratspräsidentin Regula Bühlmann (Grünes Bündnis), für Lohnkontrollen und Sanktionen, sofern Unternehmen keine gleichwertigen Löhne bezahlten.

Die Bundesverfassung verlange schon seit 37 Jahren «klipp und klar» gleiche Löhne für Frauen und Männer, sagte Bühlmann, hauptberuflich Gleichstellungssekretärin beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB). «Wir wollen nicht 100 Jahre darauf warten wie auf unser Stimmrecht.» Die Frauen würden dem Parlament «genau auf die Finger schauen, wie es mit unseren Rechten umgeht.»

Der Stadtberner Finanzdirektor Michael Aebersold (SP) rief die links-grün dominierten Städte und Agglomerationen zu einer sozialen Politik auf, die Arme und Schwächere nicht aussen vor lässt. Insbesondere sprach sich Aebersold gemäss Redetext gegen Steuersenkungen für Unternehmen aus, wie sie der Kanton Bern anstrebt. Zum Abschluss der Kundgebung stimmten die «Linggi Schnure» und der Chor «Linksdrall» auf dem Bundesplatz die Internationale an. Bei kühlem aber trockenem Wetter liessen sich Hunderte auf den Festbänken nieder, um sich mit dem traditionellen Risotto zu verpflegen.

Rechsteiner in Interlaken und Münchenbuchsee

Der Tag der Arbeit wurde in weiteren acht Städten und Gemeinden des Kantons Bern begangen. In Interlaken und Münchenbuchsee trat SGB-Präsident Paul Rechsteiner zum letzten Mal in seiner Funktion als oberster Gewerkschafter an 1. Mai-Feierlichkeiten auf.

Dabei knüpfte Rechsteiner an den Generalstreik vor 100 Jahren an und rief dazu auf, mit «Kraft, Engagement und Mut» für berechtigte Forderungen weiterzukämpfen. Weitere 1.-Mai-Kundgebungen auf Berner Boden fanden in Biel, Burgdorf, Lengnau, Reconvilier, Roggwil und Thun statt.

SDA/net

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