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Lehrerverband schliesst Streik nicht aus

Die Delegierten des Verbands Lehrerinnen und Lehrer Bern (Lebe) schliessen einen Streik wegen den jüngsten Entscheiden im Kantonsparlament nicht aus. Sie wollen aber vor allem die Bevölkerung besser über ihre Arbeitsbedingungen informieren.

Prostest gegen Sparmassnahmen im Bildungsbereich 2012.
Prostest gegen Sparmassnahmen im Bildungsbereich 2012.
Adrian Moser (Archiv)

Es müsse nun darum gehen, das Volk für sich zu gewinnen, sagten verschiedene Delegierte an der Versammlung des Berufsverbands der Lehrerinnen und Lehrer des Kantons Bern (Lebe). Die meisten Delegierten sprachen sich für mehr oder wenige kreative Aktionen aus, um der Bevölkerung und den Politikern aufzuzeigen, dass die Lehrerlöhne zu niedrig seien.

Die Vorschläge reichten von Standardbriefen an Eltern, über ganzseitige Anzeigen in den Tageszeitungen bis hin zu speziellen Kundgebungen im öffentlichen Raum. Zum Beispiel könnte man eine Klasse irgendwo im Freien versammeln und Passanten dazu auffordern, die Schüler zu unterrichten. Damit könne man zeigen, dass das Unterrichten gar nicht so einfach sei.

Ein Delegierter schlug vor, die sozialen Medien für eine Informationsoffensive zu nutzen. Missstände wegen Lehrermangel oder schlechter Löhne sollten demnach via Facebook oder Twitter an die Öffentlichkeit getragen werden.

Auch solle klar kommuniziert werden, dass viele Lehrer zwar an der Pädagogischen Hochschule in Bern ausgebildet werden, wegen der schlechten Löhne im Kanton Bern dann aber in andere Kantone abwandern. Im übrigen wurde vorgeschlagen, nicht nur die Öffentlichkeit über die Missstände zu informieren, sondern auch direkt an Lokalpolitiker Briefen zu schreiben.

Nicht «einfach so» streiken

Auch die Möglichkeit eines Streiks wurde diskutiert. Allerdings befanden die meisten Redner, dass ein Streik zum jetzigen Zeitpunkt vor allem die Eltern verärgern würde und wenig Verständnis oder Sympathien brächte.

Eigentlich wolle man nicht einfach so streiken, hielten verschiedene Redner fest. «Wir machen das aber nur, wenn wir durch die Politik gezwungen werden», sagte Lebe-Präsident Martin Gatti vor den Delegierten.

Die Delegierten genehmigten folglich einstimmig einen Antrag, welcher der Leitungskonferenz die Kompetenzen gibt, nötigenfalls entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Vor einem allfälligen Streik wird aber eine Umfrage unter den Mitgliedern des Verbands durchgeführt. Diesem Antrag stimmten die Delegierten deutlich zu, mit lediglich drei Enthaltungen.

Den Spiess umdrehen

Die Möglichkeit, gegen Beschlüsse im Kantonsparlament das Referendum zu ergreifen, kam ebenfalls auf den Tisch. Das Referendum könnte demnach gegen das neue Pensionskassengesetz, aber auch gegen das neue Lehreranstellungsgesetz ergriffen werden. Allerdings wurden beide Gesetzesrevisionen erst in erster Lesung bewilligt. Die zweite Lesung ist für die Septembersession vorgesehen. Laut LEBE fällt die Zwischenbilanz aber «deutlich negativ» aus.

Von Seiten einer Delegierten wurde vorgeschlagen, den Spiess für einmal umzukehren. Wenn das Kantonsparlament den Lehrkräften keinen zuverlässigen Gehaltsaufstieg gewähren wolle, könne man an den Löhnen der Grossräte rütteln. Der Grosse Rat hatte sich vor wenigen Wochen eine Lohnerhöhung genehmigt - dagegen könne man ja auch ein Referendum ergreifen.

Unmut über Entscheide des Grossen Rats

Die Kritik der Lehrkräfte richtet sich gegen die Beschlüsse des Grossen Rats an der letzten Session. Demnach sollen die beiden Pensionskassen des Staatspersonals beziehungweise der Lehrer innerhalb von 20 Jahren saniert werden.

Alles in allem bedeutet das für die Lehrkräfte höhere Abzüge bei den Löhnen. Ausserdem stellte sich die bürgerliche Mehrheit im Grossen Rat dagegen, einen verlässlichen Gehaltsaufstieg im Gesetz zu verankern.

SDA/gbl

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