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Kritische Pegelstände im Kanton Bern

Die Aare in Bern führt über 420 Kubikmeter. Die Feuerwehr installierte Sperren. In Biel näherte sich der Wasserstand der Hochwassergrenze.

Der Aarewasserstand ist am Montag bedenklich hoch.
Der Aarewasserstand ist am Montag bedenklich hoch.
Valérie Chételat
Die Regenfälle in Bern und im Oberland führen zu einem hohen Pegel. Bereits am Sonntag baute die Feuerwehr im Bereich des Tychs Sperrelemente ein.
Die Regenfälle in Bern und im Oberland führen zu einem hohen Pegel. Bereits am Sonntag baute die Feuerwehr im Bereich des Tychs Sperrelemente ein.
Keystone
Unmengen an Wasser brausen durch die Stauwehr Engehalde.
Unmengen an Wasser brausen durch die Stauwehr Engehalde.
agr
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Die intensiven Regenfälle, verbunden mit der Schneeschmelze, haben die Wasserstände der Seen im Kanton Bern stark ansteigen lassen. Auch die Aare führt zurzeit sehr viel Wasser. Mit den Wassermengen aus Zulg, Rotache, Chiese und Gürbe wies die Aare in Bern einen Abfluss von gegen 430 Kubikmetern pro Sekunde auf. Der Alarmwert liegt bei 400 Kubikmetern pro Sekunde.

«Die Situation schaukelt sich auf», sagte Bernhard Schudel, Leiter Gewässerregulierung im kantonalen Amt für Wasser und Abfall, am Sonntagabend. Trotz kurzer Regenpausen gebe es «keine Entspannung», höchstens eine «kleine Verschnaufpause». In der Nacht und am Montagmorgen werden weitere starke Regenfälle erwartet. «Das System ist noch innerhalb der Hochwassergrenzen, aber alles, was jetzt noch kommt, könnte zu viel sein», sagt Schudel.

In Thun waren die beiden Schleusen maximal geöffnet. Zudem reguliert das Amt für Wasser und Abfall die Abflussmenge über den Hochwasserentlastungsstollen. Der Pegel des Thunersees lag noch 17 Zentimeter unter der Hochwassergrenze. «Derzeit fliesst aber immer noch mehr Wasser in den Thunersee, als wir via Aare abfliessen lassen können», so Schudel.

Sperren in der Matte

Im Berner Mattequartier baute die Feuerwehr vorsorglich feste Sperrelemente ein. Am Abend wurden auch die «Beaver-Schläuche» installiert. Die Feuerwehrleute beobachten die Lageentwicklung fortlaufend. Zudem entfernten Mitarbeitende von Energie Wasser Bern bei den Schwellen Treibholz. Sie verhinderten damit grössere Ansammlungen, die zu einem Rückstau führen könnten.

Besonders betroffen vom Dauerregen dieser Tage waren die Gebiete am Jurasüdfuss. Der Pegelstand des Bielersees sank zwar in der Nacht auf Sonntag geringfügig, stieg aber gestern wieder an. Am Abend befand sich der Pegel noch rund 30 Zentimeter unter der Hochwassergrenze. Wegen technischer Probleme sei es zur Zeit leider nicht möglich, die Abonnenten des Warndienstes bei Hochwassergefahr am Bielersee mittels SMS zu informieren, teilte das Regierungsstatthalteramt mit.

Geflutete Keller und Tiefgaragen

Im Kanton Bern gingen wegen der Regenfälle 285 Meldungen bei der Kantonspolizei ein. Stark betroffen waren vor allem die Regionen entlang des Jurasüdfusses. Gemeldet wurden etwa Wasserschäden in Keller und Tiefgaragen sowie überflutete Strassen. Wegen Erdrutschen und Steinschlägen mussten vor allem in der Region Biel und Berner Jura mehrere Strassen vorübergehend gesperrt werden.

Störungen gab es wegen des Regens zudem im öffentlichen Verkehr. Die Bahnlinie zwischen Bern und Freiburg wurde gestern durch einen Erdrutsch bei Flamatt FR für längere Zeit unterbrochen.

SDA/wal

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