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Kommentar: Der Staat kuscht vor der Kirche

Die Extrawurst für die Kirche leuchtet nicht ein – es sei denn, dieser Sonderstatus liesse sich legitimieren. Doch dazu sind Argumente aufgrund einer aktuellen politischen Debatte nötig.

Das Verhältnis Staat und Kirche ist und bleibt heikel. Kein anderer Kanton als Bern bringt dies so gut zum Ausdruck. Bern ist mit seinen staatlich finanzierten Pfarrerlöhnen schweizweit ein Unikum. Der Versuch, diesen alten Zopf abzuschneiden, scheiterte in den letzten Jahren immer wieder. Zu gross ist der Einfluss der Kirche auf die Politik nach wie vor. So gross gar, dass Gutachten, die einen Weg aufzeigen, um aus einer historischen Bringschuld des Staats den Kirchen gegenüber herauszukommen, vom Regierungsrat unter Verschluss gehalten werden. Stattdessen bringt der Regierungsrat, vorab Christoph Neuhaus’ Justiz- und Kirchendirektion, Argumente vor, die eine enorme Drohkulisse aufbauen. Von Verfassungsänderungen und milliardenteuren Klageforderungen ist die Rede. Lassen wir die Finger davon, lautet letztlich die Botschaft. Oder einfacher gesagt: Der Staat kuscht vor der Kirche mit rechtlichen Ausreden.

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