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Kokain gekauft: Berner Gefängnisaufseher suspendiert

Ein Gefängnisaufseher kauft einem Ex-Häftling Kokain ab und wird vom Beruf suspendiert. Zu Recht, wie das Verwaltungsgericht entschied.

Kokain gekauft – vom Beruf suspendiert. (Symbolbild)
Kokain gekauft – vom Beruf suspendiert. (Symbolbild)
Franziska Scheidegger

Ein Berner Gefängnisaufseher ist im Frühling dieses Jahres einstweilen seines Amts enthoben worden, weil er von einen früheren Häftling Kokain gekauft hatte. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Urteil des kantonalen Verwaltungsgerichts hervor.

Die Polizei schöpfte laut dem Urteil Verdacht gegen den Mann, als sie gegen den Ex-Häftling erneut Ermittlungen durchführte. Bei einer Hausdurchsuchung stiess sie dann beim Gefängnisaufseher auf Utensilien für den Drogenkonsum.

Der Mann hat zugegeben, mit dem Ex-Häftling in Kontakt zu stehen und von ihm Kokain gekauft zu haben. Vom ehemaligen Häftling erwarb der Mann nicht nur Kokain, sondern tätigte mit ihm auch andere, nicht erläuterte Geschäfte. Ob der Mann Kokain konsumierte und welche Menge er kaufte, geht aus dem Urteil nicht hervor.

Suspension verhältnismässig

Vor Verwaltungsgericht machte der im Amt eingestellte Gefängnisaufseher nun geltend, diese Massnahme sei unverhältnismässig. Vor einer Suspension hätte die kantonale Polizei- und Militärdirektion (POM) weniger einschneidende Sanktionen aussprechen müssen: eine Versetzung oder Verwarnung.

Er habe gute Arbeitsleistungen erbracht und sich nicht in seinem Job strafbar gemacht, argumentierte der Aufseher. Deshalb stünden seiner Weiterbeschäftigung keine erheblichen öffentlichen Interessen entgegen.

Dem hält das Verwaltungsgericht aber entgegen, unter dem «unbestritten strafrechtlich relevanten Handelns» des Mannes leide dessen Glaubwürdigkeit gegenüber der Gefängnisleitung. Auch die Autorität des Mannes gegenüber den Gefängnisinsassen sei beschädigt. Die Massnahme der POM sei verhältnismässig.

Das Gericht hat deshalb die Beschwerde des Mannes gegen seine einstweilige Suspension abgewiesen. Laut dem Urteil läuft gegen den Gefängnisaufseher auch ein Kündigungsverfahren, das der Mann ebenfalls angefochten hat.

SDA/zec

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