Kloster Engelberg keltert am Bielersee wieder eigenen Wein

Das Benediktinerkloster hat am Bielersee einen Teil eines Rebguts zurückgekauft, das es vor 584 Jahren verkauft hatte. Produziert werden sollen Chasselas und Pinot Noir.

Am Bielersee keltert bald wieder das Benediktinerkloster Engelberg.

Am Bielersee keltert bald wieder das Benediktinerkloster Engelberg. Bild: Valérie Chételat

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Knapp 200 Jahre lang gehörte das Rebgut in der Gemeinde Twann-Tüscherz dem Benediktinerkloster in Engelberg. 1433 wurde es veräussert. Nun habe das seit Jahrzehnten in Familienbesitz stehende Gut wegen fehlender Nachfolgeregelung erworben werden können, teilte das Kloster am Montag mit.

Das Rebgut am Bielersee ist knapp drei Hektar gross. Zwei Drittel wurden langfristig an den Winzer Beat Burkhardt vom Weingut Bielerhaus verpachtet, ein Drittel wird Burkhardt im Auftrag des Klosters bewirtschaften.

Die Aufgabe Burkhardts sei es, aus den einheimischen Rebsorten Chasselas und Pinot Noir Weine von hoher Qualität zu produzieren, teilte das Kloster mit. Er werde dabei von einem fachlichen Begleitgremium unterstützt.

Wein für Kloster und Hotellerie

Produziert werden dürften jährlich rund 8000 Flaschen Klosterwein, wie der Geschäftsführer des Klosters, Daniel Amstutz, auf Anfrage, sagte. Ausgeschenkt wird der Wein an Gäste, an Festen oder an Seminarien. Benötigt wird er auch für den Eigengebrauch. Amstutz geht davon aus, dass auch der Tourismus und die Hotellerie in Engelberg am Wein mit der Etikette «Engelberg» interessiert sind.

Der Tropfen soll aber auch an seinem Ursprungsort, dem Bielersee, erhältlich sein. Dort ist der Name Engelberg noch immer präsent. Nicht nur der Rebberg, auch die Schiffsstation und ein Restaurant heissen Engelberg.

Ziel des 1120 gegründeten Klosters in Engelberg ist es, zu seiner 900-Jahr-Feier im 2020 eigenen Wein kredenzen zu können. Der Kauf des Rebguts habe vor allem historischen Wert, sagte Amstutz. Das Gut sei aber auch eine langfristige Investition.

Zu weit entfernt

Das Weingut am Bielersee war 1235 erstmals in den Besitz des Klosters gekommen. Knapp 200 Jahre später wurde es verkauft. Es sei zu weit weg von Engelberg gewesen, sagte Amstutz. Die Kontrollen und der Transport seien mühsam gewesen.

Versuche, in Küsnacht ZH und Küssnacht am Rigi SZ ansprechenden Wein zu keltern, waren erfolglos. Das Kloster kaufte deswegen den Wein bei privaten Händlern und anderen Klöstern ein. Im 17. Jahrhundert tauschte es in Italien Wein gegen selbstproduzierten Käse. Wein Zukaufen wird das Kloster weiterhin, wie Amstutz sagte. Das Benediktinerkloster Engelberg besteht heute aus einer 22 Brüdern bestehenden Klostergemeinschaft unter der Leitung von Abt Christian Meyer. Es beschäftigt in seinen Betrieben über hundert Mitarbeiter und ist damit nach den Titlis-Bahnen der zweitgrösste Arbeitgeber des Dorfes. Das Kloster führt eine Sekundarschule, ein Gymnasium und ein Internat. (gbl/sda)

Erstellt: 07.08.2017, 11:51 Uhr

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