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Kleines Zeichen für syrische Flüchtlinge

Der Grosse Rat stimmte einem Vorstoss zu, damit syrische Flüchtlinge an den Berner Hochschulen ihr kriegsbedingt abgebrochenes Studium fortsetzen können.

Der Grosse Rat stimmte einem Vorstoss zu, damit syrische Flüchtlinge an den Berner Hochschulen ihr kriegsbedingt abgebrochenes Studium fortsetzen können.
Der Grosse Rat stimmte einem Vorstoss zu, damit syrische Flüchtlinge an den Berner Hochschulen ihr kriegsbedingt abgebrochenes Studium fortsetzen können.
Adrian Moser

Das Berner Kantonsparlament hat am Mittwoch ein Zeichen für syrische Flüchtlinge gesetzt - allerdings nur ein kleines. Es stimmte einem Vorstoss zu, damit syrische Flüchtlinge an den Berner Hochschulen ihr kriegsbedingt abgebrochenes Studium fortsetzen können. Allerdings schrieb es die Motion auch gleich als erledigt ab.

Eine Mehrheit des Grossen Rates war der Ansicht, dass die Regierung bereits viel tue in dieser Hinsicht. Regierungsrat Bernhard Pulver bezeichnete das Anliegen von Motionär Ruedi Löffel (EVP) als «sympathisch und richtig».

Der Kanton ziele aber bei seinen Anstrengungen nicht nur auf syrische Flüchtlinge, sondern auf die ganze Gruppe der sogenannten «Spätzugewanderten», also junge Menschen zwischen 15 und 15 Jahren im Ausbildungsalter.

«Unglaubliche Integrationswirkung»

Der Kanton tue viel in der Volksschule und auch in der Berufsbildung. Diese habe eine «unglaubliche Integrationswirkung». Bei den Hochschulen sei die Zulassung kein Problem, wenn die nötigen Standards erfüllt seien. Die Universität Bern etwa habe eine reiche Erfahrung in Zulassungsfragen.

Etwas schwieriger sei es mitunter bei den Fachhochschulen, da längst nicht alle Länder eine Berufsmatur kennen würden. Aber auch dort werde viel getan.

Für junge Migrantinnen und Migranten mit Mittelschulniveau hat der Kanton laut Pulver jüngst in Biel eine Klasse eröffnet. Der Fokus dort richte sich auf Personen, die rasch an eine Universität oder Fachhochschule können, aber noch ein Sprachproblem haben.

Ausbildung besser bersücksichtigen

Schliesslich wurde der Kanton Bern laut Pulver auch beim Bund vorstellig, damit bei der Triage der Flüchtlinge auch deren Ausbildung besser berücksichtigt wird. Wenn jemand an eine Universität könnte, sei es nicht angezeigt, ihn in einem Kanton weit weg von einer Uni unterzubringen, erklärte Pulver.

«Wir erwarten mehr als bisher getan wurde», machte der Grüne Grossrat Hasim Sancar klar. EVP-Grossrätin Barbara Streit-Stettler zeigte sich enttäuscht, dass die Regierung der Ansicht sei, sie habe ihre Hausaufgaben bereits gemacht.

SP, FDP, BDP, EDU waren dafür, den Vorstoss als erledigt abzuschreiben. Aus der SVP gab es gar ablehnende Stimmen.

Der Vorstoss wurde mit 97 zu 33 Stimmen bei 7 Enthaltungen angenommen und mit 86 zu 51 Stimmen bei 3 Enthaltungen abgeschrieben.

SDA/msl

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