Keine Geldkürzung für Tageseltern

Das Berner Kantonsparlament hat am Dienstag entschieden, den Ansatz für die Schulkinderbetreuung durch Tageseltern nicht zu kürzen.

Tageseltern seien gerade dort wichtig, wo es kein ausreichendes Tagesschulangebot gebe und die Betreuung während der Schulferien nicht gelöst sei, sagte SP-Grossrätin Sarah Gabi Schönenberger. (Symbolbild)

Tageseltern seien gerade dort wichtig, wo es kein ausreichendes Tagesschulangebot gebe und die Betreuung während der Schulferien nicht gelöst sei, sagte SP-Grossrätin Sarah Gabi Schönenberger. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Der Ansatz für die Betreuung von Schulkindern durch Tageseltern wird nicht gekürzt. Das Berner Kantonsparlament hat am Dienstag dem Ansinnen der Regierung eine sehr deutliche Absage erteilt.

Die Regierung erhoffte sich von der Massnahme eine lenkende Wirkung, denn Schulkinder sollten in erster Linie in Tagesschulen betreut werden und nicht von Tageseltern.

Der Regierungsrat verabschiedete die Verordnung über die Angebote zur sozialen Integration letzten November. Die Änderungen traten Anfang Jahr in Kraft und sollen bis spätestens Anfang August umgesetzt werden.

Teil dieser Vorlage war auch die Anpassung des sogenannten Betreuungsfaktors für Schulkinder von 1 auf 0,75 für Kindertagesstätten und Tagesfamilien.

SP-Grossrätin Sarah Gabi Schönenberger machte sich Sorgen, dass der tiefere Ansatz gerade den Tageseltern zu schaffen macht. Die Sozialdemokratin wollte mit ihrem Vorstoss erreichen, dass der Kanton auf die Anpassungen für Tagesfamilien verzichtet. Tageseltern würden ohnehin schon wenig bekommen für ihr Engagement, begründet Schönenberger ihren Vorstoss. Sinke die Entschädigung noch weiter, werde sich bald niemand mehr finden, der einen Betreuungsplatz anbiete.

Tageseltern seien gerade dort wichtig, wo es kein ausreichendes Tagesschulangebot gebe und die Betreuung während der Schulferien nicht gelöst sei. Tagesfamilien seien beispielsweise auch die ideale Lösung für Eltern, die zu unregelmässigen Zeiten arbeiteten, führt Schönenberger ins Feld.

Rückenwind erhält Schönenberger von vielen Tageseltern und -vereinen, die sich beim Kanton gegen die geplante Senkung brieflich wehrten. Am Dienstag verfolgten zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Rathaustribüne die Debatte.

Zurückkrebsen

Die Betreuung von Kindergarten- und Schulkindern in Tagesfamilien sei zwar erlaubt, räumt der Regierungsrat in seiner Antwort auf den Vorstoss ein. Dennoch sollte dieser Fall nicht die Regel darstellen. Für schulpflichtige Kinder gebe es die Tagesschulen. 2015 wurden laut Regierungsrat Pierre Alain Schnegg aber mehr als ein Drittel der subventionierten Betreuungsstunden bei Tagesfamilien von Kindern im Schulalter genutzt. Dadurch fehlten dringend nötige Plätze für Vorschulkinder.

Da die Betreuung von Vorschulkindern weiterhin mit den vollen Normkosten entschädigt werde, sollte das Ausmass der Einkommenseinbussen für die meisten Tagesfamilien vertretbar sein, befand die Regierung.

Doch das Parlament konnte dieser Argumentation nichts abgewinnen. In seltener Einmütigkeit unterstützte es die Forderung aus den Reihen der SP mit lediglich ein paar einzelnen Gegenstimmen und Enthaltungen. Die Regierung muss nun zurückkrebsen und auf die Kürzung verzichten. (lpa/sda)

Erstellt: 28.03.2017, 17:20 Uhr

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