Kantonspolizei verzeichnet weniger Straftaten

Im Kanton Bern sind im Jahr 2014 erneut weniger Straftaten begangen worden als im Vorjahr. Besonders deutlich ist der Rückgang bei den Vermögensdelikten. Die Zahl der Vergewaltigungen stieg hingegen drastisch an.

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So registrierte die Polizei im vergangenen Jahr etwa nur rund halb so viele Entreissdiebstähle wie 2013, und die Zahl der Raube verminderte sich um einen Drittel. Das zeigt die Kriminalstatistik, welche die Berner Kantonspolizei am Montag in Bern den Medien präsentierte.

Auch die Anzahl Einbrüche sank um fast einen Viertel auf den tiefsten Stand seit der Einführung von einheitlichen Erfassungs- und Auswertungsprinzipien im Jahr 2008.

Die erfreuliche Entwicklung führt die Kantonspolizei einerseits auf verstärkte Prävention zurück. Im Rahmen der Kampagne «Achtung Einbruch: Wir tun was. Sie auch?» leistete die Kantonspolizei im vergangenen Jahr Informationsarbeit etwa an Messen und im Rahmen von Fuss- oder Fahrradpatrouillen.

Hinweise aus der Bevölkerung

Damit sei es gelungen, die Bevölkerung zu sensibilisieren, sagte der Kommandant der Kantonspolizei Bern, Stefan Blättler, vor den Medien. Anderseits führte die Polizei in bestimmten Gebieten vermehrt gezielte Überwachungen durch.

Unter anderem auch dank Hinweisen aus der Bevölkerung gelang es ihr auf diese Weise, im vergangenen Jahr über 90 Einbrecher auf frischer Tat anzuhalten. Weitere 100 Einbrecher nahm sie nach erfolgreichen Ermittlungen fest.

Trotzdem registrierte die Polizei auch im Jahr 2014 im Kanton Bern 4840 Einbrüche. «Das ist nach wie vor eine hohe Zahl», sagte Blättler. Die Kantonspolizei will deshalb weiterhin einen Schwerpunkt beim Kampf gegen Einbrüche setzen.

Auch Gewaltanwendung ging zurück

Nicht nur die Zahl aller Straftaten sank im vergangenen Jahr, sondern auch die Anzahl Straftaten unter Anwendung von Gewalt. Allein die Zahl der schweren Körperverletzungen ging um zehn Prozent zurück. Auch die Anzahl Verzeigungen im Zusammenhang mit Tätlichkeiten (-2 Prozent), Beteiligung an Raufhandel (-47 Prozent) und Drohung und Gewalt gegen Beamte (-18 Prozent) sank.

Auf das Konto von Ausländern gingen im vergangenen Jahr 44 Prozent der Straftaten (2013: 47,4 Prozent). Rückläufig ist - wie schon im Vorjahr - auch die Zahl der Beschuldigten aus dem Asylbereich. Die Zahl der Widerhandlungen von Asylsuchenden gegen das Betäubungsmittelgesetz sank um 45 Prozent, jene gegen das Strafgesetzbuch um 32 Prozent.

Die Kantonspolizei stellte auch weniger Straftaten von so genannten Kriminaltouristen oder illegal Anwesenden fest. Allerdings stieg die Zahl der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz. Kriminalitätsschwerpunkte sind im Kanton Bern weiterhin Zentrums- und Tourismusgemeinden - vor allem die Städte Bern, Biel und Interlaken.

Mehr Vergewaltigungen - vor allem zu Hause

Im vergangenen Jahr wurden im Kanton Bern fünf Tötungsdelikte gezählt, dazu kommen drei versuchte Tötungsdelikte. Straftaten gegen die sexuelle Integrität verzeichnete die Kantonspolizei etwa gleich viele wie im Vorjahr. Die Zahl der Vergewaltigungen stieg aber um 18 Prozent auf 65. Vor allem im häuslichen Bereich nahmen Vergewaltigungen zu.

Während die Polizei bei Straftaten gegen die sexuelle Integrität mehr als vier Fünftel aller Fälle aufklären kann, beträgt die Aufklärungsquote bei den Vermögensstraftaten lediglich 15,8 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent). Straftaten wie etwa Sachbeschädigungen sind schwer aufzuklären, und zudem machen die Vermögensstraftaten auch 76,2 Prozent aller Straftaten aus.

Hingegen kennen die Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Integrität - und etwa auch gegen Leib und Leben - die Täter häufig, so dass die Polizei die Urheber solcher Taten eben besser ausfindig machen kann.

agr/sda

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