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Kanton Bern weist Waldbesitzer auf Risiken des Klimawandels hin

Der Kanton Bern ermuntert die Waldbesitzer, bei der Bewirtschaftung an die Folgen des Klimawandels zu denken.

Genügend Holzschlag kann die Gefahren bei einem Sturm verringern.
Genügend Holzschlag kann die Gefahren bei einem Sturm verringern.
Adrian Moser

Wer seinen Wald konsequent verjüngt, die Vielfalt fördert und wärmeliebende Bäume pflanzt, kann die negativen Folgen des Klimawandels mindern: Mit dieser Botschaft tritt der Kanton Bern an die Waldbesitzer heran.

«Wir nehmen damit unsere Verantwortung wahr», erklärte Regierungsrat Andreas Rickenbacher am Freitag an einer Waldbegehung in Herzogenbuchsee. «Zugleich anerkennen wir die unternehmerische Freiheit der Waldbesitzer.»

Sicher ist, dass die steigenden Temperaturen und vermehrte Extremereignisse nicht spurlos an den bernischen Wäldern vorübergehen werden. So gehen Experten davon aus, dass die im Mittelland wichtigen Baumarten Fichte und Buche unter den höheren Durchschnittstemperaturen leiden werden.

Häufiger auftretende Stürme, Trockenperioden und Starkniederschläge dürften den Wald ebenfalls beeinflussen. Mit gezielten waldbaulichen Massnahmen könne der Wald für den Klimawandel und dessen Auswirkungen gestärkt werden, betonten Vertreter des kantonalen Forstdienstes an der Waldbegehung.

Traubeneichen statt Fichten

So sei es sinnvoll, die grossen Holzvorräte im Berner Wald vor einem nächsten Sturm auf ein nachhaltiges Mass zu reduzieren, das Holz zu nutzen und die Wälder zu verjüngen. Bei der Baumartenwahl der nächsten Generation sei überdies die Vielfalt zu fördern, um das Risiko eines flächigen Ausfalls zu minimieren.

Zudem seien bevorzugt wärmeliebende Baumarten zu berücksichtigen, welche die Trockenheit besser ertragen. Je nach Standort und Waldfunktion können dies etwa Traubeneichen, Lärchen oder Douglasien sein.

«Auch ökonomisch sinnvoll»

Wer die Schlüsselmomente der Waldbewirtschaftung konsequent nutzt, handelt nach Überzeugung der Volkswirtschaftsdirektion auch ökonomisch sinnvoll: Bei der Waldverjüngung und Jungwaldpflege biete sich die Gelegenheit, die Baumartenzusammensetzung und die Waldstruktur risikobewusst zu beeinflussen.

Regelmässig bewirtschaftete Wälder seien deshalb eine gute Voraussetzung für die gezielte Adaptation an den Klimawandel. «Stabile Wälder sind störungsresistenter, strukturreiche Wälder weisen eine grössere Nischenvielfalt auf und sind anpassungsfähiger», wurde an der Begehung betont.

SDA/hjo

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