Kampf gegen Hooligans: Thuner Sicherheitsdirektor kritisiert den FC Thun

Peter Siegenthaler kritisiert fehlende Unterstützung des Klubs und der Fans im Kampf gegen Randalierer. Er verzichtet deshalb auf strengere Auflagen fürs Kantonsderby am 28. Mai.

Liegt mit dem FC Thun über Kreuz: Sicherheitsdirektor Peter Siegenthaler (SP).

Liegt mit dem FC Thun über Kreuz: Sicherheitsdirektor Peter Siegenthaler (SP). Bild: Manu Friederich

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Siegenthaler war vom FC Thun heftig kritisiert worden, nachdem er am 6. Mai den Gästefans des FC Luzern verboten hatte, Fahnen und Transparente ins Stadion zu bringen. Dies, nachdem einzelne Luzerner Fans beim vorletzten Aufeinandertreffen der beiden Klubs randaliert hatten.

Sein Ziel sei, in Thun friedliche Fussballfeste zu ermöglichen, schreibt Siegenthaler in der Mitteilung. «Leider machen die Fussballfans immer wieder mit gefährlichen und destruktiven Aktionen von sich reden.» Dies einfach hinzunehmen, sei für ihn keine Option. Die Thuner Stimmberechtigten hätten dem Hooligan-Konkordat mit 80 Prozent Ja zugestimmt.

Das Fahnenverbot vom 6. Mai war aus Sicht von Siegenthaler eine «verhältnismässige Auflage», um die negativen Begleiterscheinungen des Fussballs zu minimieren. Die Sicherheitsdirektion vermisse aber seitens der Klubs und Fans den Willen, «die Probleme an der Wurzel zu packen und gemeinsam wirkungsvolle Massnahmen zu verhängen und durchzusetzen.»

Fanwalk wird nicht verboten

Aufgrund der fehlenden Unterstützung verzichtet Siegenthaler für das Kantonsderby vom 28. Mai auf strengere Zusatzauflagen wie das erneute Verbot eines Fanwalk oder die Schliessung des Gästesektors. Beim letzten Kantonsderby vom 11. Dezember 2016 hätten sich die Fans um die Auflagen «foutiert», worauf es in der Folge erneut zu Zwischenfällen gekommen sei.

Nach dem Fahnenverbot vom 6. Mai kritisierte der FC Thun diese Massnahme als «Kollektivstrafe», die keine Lösung des Problems bringe. Vielmehr müssten «endlich und wirksam die Einzeltäter belangt werden.»

Das Fahnenverbot habe zu hohen Sicherheitskosten bei den Eingangskontrollen geführt und dem Klub zudem einen Ausfall von 500 Eintritten bescherten. Der FC Thun sei bestrebt, Massnahmen gegen Einzeltäter zu unterstützen, schrieb er anfangs Mai und bedauerte seinerseits, dass Stadt und Klub nicht am gleichen Strick zögen. (SDA/awb)

Erstellt: 19.05.2017, 10:42 Uhr

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