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Junge Luchsin zum Abschuss freigegeben

Eine Luchsin hat im Kandertal sechs Schafe gerissen. Nun soll sie abgeschossen werden. Dabei sieht das Luchskonzept vor, dass Luchse erst abgeschossen werden dürfen, wenn sie 15 Schafe gerissen haben.

Das Luchsweibchen im Kandertal hat erst sechs Schafe gerissen - soll nun aber trotzdem abgeschossen werden.
Das Luchsweibchen im Kandertal hat erst sechs Schafe gerissen - soll nun aber trotzdem abgeschossen werden.
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Eigentlich hätte die junge Luchsin in der Wildstation Landshut für die Freiheit fit gemacht werden sollen. Stattdessen ist sie nun gestört: Sie denkt, Schafe seien das einzig wahre Fressen. Das wird sie das Leben kosten.

Die Luchsin wurde im Herbst 2012 verwaist und abgemagert aufgefunden, wie das Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern (Lanat) mitteilt. Den Winter über wurde sie in der Wildstation Landshut in Utzenstorf aufgepäppelt. Im Mai wurde sie mit einem Sender markiert und bei Diemtigen im Berner Oberland ausgesetzt. Seither hat sie auf drei Schafweiden in der Gemeinde Kandergrund sechs Schafe gerissen. Deshalb hat das Jagdinspektorat des Kantons Bern die junge Luchsin zum Abschuss freigegeben. Das ist bemerkenswert. Denn: Gemäss dem Konzept Luchs Schweiz darf ein Luchs erst dann zum Abschuss freigegeben werden, wenn er innerhalb eines Jahres mindestens 15 Nutztiere gerissen hat. Der eidgenössische Jagdinspektor Reinhard Schnidrig sagt, bei der Luchsin im Kandertal handle es sich um einen besonderen Fall. «Wir kennen die Geschichte dieser Luchsin. Es macht keinen Sinn zu warten, bis sie 15 Schafe gerissen hat.»

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