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Die Junge SVP wirft Fahrenden «falsches Spiel» vor

Im Transitplatz-Streit bei Wileroltigen wettert die Junge SVP nun gegen Schweizer Fahrende.

Bis 2022 soll in Wileroltigen ein Transitplatz für ausländische Fahrende entstehen.
Bis 2022 soll in Wileroltigen ein Transitplatz für ausländische Fahrende entstehen.
Raphael Moser (Archiv)

Die Junge SVP kämpft gegen den geplanten Transitplatz für Fahrende in Wileroltigen. Sie nimmt die am Montag beim Bundesgericht eingereichte Beschwerde gegen das neue Polizeigesetz als Anlass, sich öffentlich zu äussern. Beschwerdeführer ist neben anderen auch der Verband für Sinti und Roma Schweiz. Er wehrt sich gegen den «Camping-Paragraf», der sich gegen ausländische Fahrende richtet. Dafür werden die Fahrenden nun von der JSVP massiv kritisiert: Die Beschwerdeführer hätten von Beginn an eine durchschaubare «dr Füfer und z Weggli»-Strategie verfolgt, heisst es in der gestrigen Medienmitteilung.

So hätten sie zunächst dafür gesorgt, dass mit dem neuen Polizeigesetz nur weggewiesen werden könne, wenn ein Transitplatz zur Verfügung stehe. Anschliessend habe man Druck bei den Grossräten aufgebaut, welche schliesslich dem Kredit für den Transitplatz zustimmten. Dass jetzt die «üblichen Verdächtigen», so die Jungpartei, Beschwerde gegen den Wegweisungs-Artikel eingereicht hätten, bezeichnet die JSVP als ein «falsches Spiel». Es sei «traurig», dass mehrere Grossräte auf dieses unehrliche «Buebetrickli» hereingefallen seien.

300 Absagen

Andreas Geringer, Präsident des Verbands Sinti und Roma Schweiz, kontert: «Es ist doch gerade umgekehrt: Die Junge SVP will beides: keine Transitplätze und keine Fahrenden.» Geringer ist selber Fahrender mit Schweizer Wurzeln und wohnt derzeit mit seinem Wagen auf einem provisorischen Halteplatz in Brügg. Während der Saison unterstützt Geringer als Mediator und Platzvermittler ausländische Fahrende bei der Suche nach geeigneten Halteplätzen. Von diesen gebe es immer noch zu wenig: Er habe letztes Jahr bei 300 Gemeinden angefragt – nicht eine einzige davon war gewillt, einen Platz zur Verfügung zu stellen. «Die Vorurteile sind extrem.» Selbst für die Schweizer Fahrenden gebe es zu wenig Platz, so Geringer.

Ratschlag: Kanton meiden

Kürzlich rief Geringer auf Facebook Fahrende dazu auf, wenn möglich den Kanton Bern zu meiden, solange der provisorische Halteplatz nicht geöffnet sei. Dies, weil die JSVP ab April Unterschriften gegen den Bau des Transitplatzes sammelt. Auch das wird ihm von der JSVP als besonders dreistes Vorgehen vorgeworfen. Geringer verteidigt sich: «Für uns steht viel auf dem Spiel. Leider warten viele nur darauf, dass wir einen Fehler machen und es Negativschlagzeilen gibt.» Dass es manchmal Probleme mit Fahrenden aus dem Ausland gebe, streitet Geringer nicht ab. «Von den 1500 Fahrenden, welche letztes Jahr die Schweiz besuchten, hat sich aber nur eine Handvoll Familien nicht immer an die hiesigen Gepflogenheiten gehalten.»

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