Jetzt sollen die Gerichte entscheiden

Die BLS präsentiert ihr Werkstätten-Projekt auf der grünen Wiese im Chliforst bei Riedbach mit «nachhaltigem Baustil». Die raumplanerische Problematik der Anlage bleibt aber ungelöst.

Die Wiese des Chliforst.

Die Wiese des Chliforst.

(Bild: Adrian Moser (Archiv))

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Zwei Tage nach dem Nein der Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zur Zersiedelungsinitiative präsentiert die BLS ihr Werkstätten-Projekt auf der grünen Wiese im Chliforst bei Riedbach. In einer Mitteilung lobt das Unternehmen den «nachhaltigen Baustil» der Halle, der mit dem Naherholungsgebiet Chliforst «harmoniert». Aufgrund der Mitteilung könnte man meinen, dass es sich bei dem seit Jahren anhaltenden Streit um das Bahndepot im Westen Berns um eine ästhetische Auseinandersetzung handle. Die Ausführungen über neue Obstbäume, Biotope und einen «Erlebnisweg mit einer Perlenkette von points of interest» vermögen jedoch nicht darüber hinwegzutäuschen, dass die raumplanerische Grundproblematik der Anlage ungelöst bleibt.

Dessen ist sich eigentlich auch die BLS bewusst. Dafür spricht nicht nur die ökologische Einbettung des Siegerprojektes, sondern auch die Heimlichkeit, mit der das Vorhaben einst angegangen wurde. Die Standortsuche im grünen Westen Berns wurde vor Jahren eher zufällig publik. Nach dem zu erwartenden Aufschrei der Empörung willigte das Unternehmen in die Bildung eines Begleitgremiums ein, das die Standortsuche wieder öffnete.

Nach der Abklärung von 42 Lokalitäten kam die Gruppe auf das Ursprungsvorhaben im Chliforst zurück, obwohl das Projekt im Rahmen einer Nutzwertanalyse nur den vierten Rang belegt hatte. Und der Präsident der Begleitgruppe wurde daraufhin in den Verwaltungsrat der BLS gewählt. Aufgrund der derart konstatierten Alternativlosigkeit bekräftigten Bundesrat und Regierungsrat ihrerseits den Standort. Dies ermöglicht es nun dem Berner Gemeinderat, seine einst kritische Haltung unter Hinweis auf die Beschlüsse der übergeordneten Instanzen wieder aufzugeben.

Vor zwei Jahren kam ein Gutachten der Stiftung für Landschaftsschutz zum Schluss, dass die Werkstätte im Chliforst mit «wesentlichen Zielen der Bundesgesetze» kollidiere. In diesem Sinne ist es zu begrüssen, dass dereinst wohl das Bundesgericht über das Vorhaben befinden wird.

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