Jeder zweite in Biel für Westast-Alternativprojekt

In Biel scheint der Alternativvorschlag zum offiziellen Autobahn-Umfahrungsprojekt bei der Bevölkerung Anklang zu finden.

Projektbild der umstrittenen Einfahrt in Biels Zentrum.

Projektbild der umstrittenen Einfahrt in Biels Zentrum.

(Bild: zvg)

Bei der Bevölkerung in der Region Biel scheint der Alternativvorschlag zum offiziellen Autobahn-Umfahrungsprojekt gut anzukommen. In einer Umfrage erklärten 49 Prozent, die Alternative «Westast so besser» stehe ihnen persönlich am nächsten.

21 Prozent gaben dem offiziellen Bauprojekt den Vorzug. 16 Prozent sprachen sich für einen vollständigen Verzicht auf die Westumfahrung an, 14 Prozent äusserten keine Meinung. Das Meinungsforschungsinstitut Demoscope befragte 1000 Personen aus Biel, Nidau, Port, Ipsach, Brügg und Orpund.

Auftraggeber der Umfrage sind die Gassmann Medien. Die Resultate wurden am Dienstag in den Gassmann-Zeitungen «Bieler Tagblatt» und «Le Journal du Jura» publiziert und von mehreren Experten und Politikern kommentiert.

Das Ergebnis sei in seiner Deutlichkeit überraschend, sagte Werner Reimann von Demoscope. «Vor allem, weil in der Region sehr lange Zeit nur von der bisherigen Linienführung die Rede war.»

«Ein Projekt mit Kosten von 2,2 Milliarden Franken in seiner ganzen Breite und Tiefe zu begreifen, ist schwierig», räumte der kantonale Baudirektor Christoph Neuhaus (SVP) ein. Den Gegnern sei es gelungen, gut und fortlaufend zu kommunizieren.

«Begründete Bedenken ernst nehmen»

Der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr (SP) hielt fest, der Gemeinderat habe noch nicht Stellung für oder gegen das offizielle Projekt bezogen. Klar sei eines: Das offizielle Projekt überzeuge nicht mehr, man könne daher nicht einfach blind geradeaus gehen. «Man muss die begründeten Bedenken ernst nehmen.»

Fehr wies auch darauf hin, dass nur 16 Prozent gar keine Westumfahrung wollten. Die grosse Mehrheit bevorzuge eine Lösung in Form einer Autobahn.

Die Autobahn-Umfahrung sorgt seit Jahrzehnten für rote Köpfe. Das Ausführungsprojekt lag längst vor, als ein Bürgerkomitee einen Alternativvorschlag präsentierte. Dieser sieht den Bau eines fünf Kilometer langen Tunnels zwischen Brüggmoos und Vingelz vor. Der Regierungsrat sieht im Alternativvorschlag gewichtige Nachteile, wie er im August bekanntgab.

crt/sda

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