Ja-Komitee weibelt für Verkehrssanierung im Oberaargau

Am Montag machte sich ein Komitee verschiedener Parteien für die Umfahrungsstrasse Aarwangen stark. Über die Verkehrssanierung wird im Mai abgestimmt.

Über die Verkehrssanierung Aarwangen wird die Berner Stimmbevölkerung im Mai entscheiden.

Über die Verkehrssanierung Aarwangen wird die Berner Stimmbevölkerung im Mai entscheiden.

(Bild: Adrian Moser (Archiv))

Eine Umfahrungsstrasse würde die Sicherheit und Lebensqualität in der Region Aarwangen massgeblich steigern: Dieser Meinung ist das Ja-Komitee, das am Montag in Bern vor die Medien trat. Die Verkehrssanierung Aarwangen kommt am 21. Mai vors kantonale Stimmvolk.

SVP, FDP, BDP und EDU machen im Komitee mit, aber auch Vertreter der Grünliberalen und der SP. Sechs Mitglieder des Regierungsrats unterstützen die Kampagne - alle ausser Bernhard Pulver, dessen Grüne Partei das Referendum zusammen mit dem VCS ergriffen hat.

«Das Referendum versucht eine durchdachte, vernünftige und finanzierbare Lösung zu torpedieren», erklärte BDP-Nationalrat Hans Grunder. Die betroffene Bevölkerung brauche aber dringend eine Lösung.

«Durch unser Dorf zwängen sich jeden Tag 16'000 Fahrzeuge, darunter mehr als 2500 Lastwagen», sagte Aarwangens Gemeindepräsident Kurt Bläuenstein (FDP). «Sie drängen sich vorbei an Velofahrern, Fussgängern und Schulkindern, die jeden Tag einem grossen Risiko ausgesetzt sind.»

Noch komplizierter wird die Situation durch die Regionalbahn ASM. Ihre Züge beanspruchen die gleiche Strasse, dreimal quert der Strassenverkehr die Bahn.

Breite Zustimmung vor Ort

Dass die Bevölkerung im Oberaargau hinter der Umfahrung stehe, habe das öffentliche Mitwirkungsverfahren gezeigt. Die vorliegende Lösung sei bei 83 Prozent der Mitwirkenden auf Zustimmung gestossen.

Die Variante «Null plus» mit punktuellen Verbesserungen würde bloss Kosten verursachen ohne das Problem zu lösen, sagte Bläuenstein. Denn «es hat absolut keinen Platz, weder für Fahrradstreifen noch für sichere Trottoirs».

Langenthals Stadtpräsident Reto Müller ist einer der SP-Politiker im Komitee. Er zeigte sich überzeugt, dass die Verkehrssanierung den Wirtschaftsstandort Oberaargau sichern helfe. Davon profitiere der ganze Kanton.

Aarwangen und Langenthal verdienten die Solidarität der anderen bernischen Regionen. «Die täglichen Staus und Engpässe in und um Aarwangen führen zu erheblichen Zeitverlusten und Lieferschwierigkeiten», sagte Müller. «Darunter leiden vor allem die regionale Wirtschaft und das lokale Gewerbe.»

Müller wird am 29. März versuchen, den Delegierten der bernischen SP die Ja-Parole abzuringen. Dabei wird er unter anderem naturschützerische Bedenken zerstreuen müssen. Einen ersten Erfolg erreichte er am Wochenende, als sich die Genossen des Regionalverbands Oberaargau knapp hinter die Vorlage stellten.

Vom Bauvorhaben profitiere der ganze Kanton, sagte SVP-Nationalrat Andreas Aebi. Für ihn als Landwirt sei es zentral, dass bei diesem Projekt der Verbrauch an Kulturland minimiert werde - dank geschickter Linienführung der Strasse und der geplanten Renaturierungen.

300'000 Franken für Kampagne

Aus Solidarität wirbt auch Burgdorfs frühere Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch (SP) für die Verkehrssanierung Aarwangen. Dem Ja-Komitee stehen insgesamt 300'000 Franken zur Verfügung, wie Nationalrat Grunder auf Anfrage sagte. Das Geld stamme vor allem von Verbänden und von der Wirtschaft.

Die bernischen Stimmberechtigten entscheiden im Mai über einen Projektierungskredit von 6,6 Millionen Franken für die Verkehrssanierung Aarwangen-Langenthal Nord. Das Projekt sieht im Wesentlichen den Bau einer 3,6 Kilometer langen Umfahrungsstrasse vor und würde - grob geschätzt - 136 Millionen Franken kosten.

msl/sda

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