Italienische Mafia bewachte Hanffeld in Seedorf

In Frieswil bei Seedorf wurden vor über zehn Jahren Tausende Pflanzen Hanf angebaut. Bewacht wurde das Feld von zwei Mafiosi.

Die «Frieswil-Connection»: Die italienische Mafia soll 
am Hanfanbau in Frieswil beteiligt gewesen sein. (Symbolbild)

Die «Frieswil-Connection»: Die italienische Mafia soll am Hanfanbau in Frieswil beteiligt gewesen sein. (Symbolbild) Bild: Fabrice Coffrini

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Das Hanffeld bei Frieswil sorgte damals schweizweit für Schlagzeilen. Ein Seeländer Bauer hatte vor über zehn Jahren einen Teil seiner Felder an Hanfproduzenten verpachtet. Diese bauten auf rund vier Hektaren über 10’000 Pflanzen an. Laut der neusten Ausgabe des «SonntagsBlicks» verfügten die Hanfproduzenten über Verbindungen zur kalabrischen Mafia ’Ndrangheta.

Wegen angeblich unklarer Rechtslage unternahmen die Berner Behörden jahrelang nichts gegen den Anbau der Pflanzen. Erst 2007 hob die Polizei auf dem Grundstück des Bauern eine Indoorhanfanlage aus, verhaftete sechs Personen und beschlagnahmte Hanfblüten und Bargeld. Zwei Jahre später wurde der Bauer zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt. Der angeblich für die Eisteeproduktion bestimmte Hanf hatte sich als potenter Drogenhanf mit entsprechend hohem THC-Gehalt entpuppt.

Verbindungen zur ’Ndrangheta

Mehrmals versuchten Räuberbanden deshalb die wertvollen Pflanzen zu stehen. Um dies zu verhindern, organisierten die Hanfproduzenten einen zehnköpfigen Sicherheitsdienst. Zwei der Bewacher sollen bewaffnete Mitglieder des ’Ndrangheta-Ablegers aus Guissano in Norditalien gewesen sein.

Laut der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft wurden sie von Cosimo L.* vermittelt, welcher bis heute in einer Berner Gemeinde gemeldet ist. Angeblich gab es mehrere Treffen zwischen ihm und hochrangigen Mitgliedern von ’Ndrangheta-Ablegern aus Norditalien und Kalabrien. Die Anklage wirft ihm die Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation vor. Ausserdem soll er beim Kauf von 20 bis 30 Kilo Hanf und Kokain vermittelt haben. Laut Anklage beschaffte er der Mafia zudem nicht registrierte Pistolen aus der Schweiz.

(ama)

Erstellt: 20.08.2018, 16:03 Uhr

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