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Investor Hans-Ulrich Müller kauft Berghaus Gurnigel

Der Berner Investor Hans-Ulrich Müller hat ein neues Projekt im Köcher: Er kauft das Berghaus auf dem Gurnigel. Dieses soll zu einem Zentrum der Region Gantrisch werden.

Das Berghaus auf dem Gurnigel soll zu einem touristischen Zentrum mit Schaukäserei werden.
Das Berghaus auf dem Gurnigel soll zu einem touristischen Zentrum mit Schaukäserei werden.
Raphael Moser

Das Berghaus auf dem Gurnigel sieht von aussen nicht ganz so romantisch aus, wie der Name vermuten liesse. Eher nüchtern und funktional gleicht der Gebäudekomplex auf der Passhöhe zwischen dem Gürbetal und der Region Schwarzwasser einer Gruppenunterkunft. Der Eindruck täuscht nicht, denn das Haus gehörte bisher der Armee. Das Restaurant im Erdgeschoss mit seiner grossen Aussichtsterrasse war im Sommer Anziehungspunkt für Wanderer und Töfffahrer, im Winter für Langläufer, Skifahrer und Schneeschuhläufer.

Da sich die Armee aus dem Gantrischgebiet, wo sie Panzerschiessplätze betrieb, zurückgezogen hat, benötigt sie die Liegenschaft nicht mehr. Den Gemeinden der Region stand ein Vorkaufsrecht zu. Die Gemeinde Riggisberg packte die Chance beim Schopf. «Der Gemeinderat will eine aktive Rolle übernehmen und so die Zukunft des Berghauses sichern», wird der Riggisberger Gemeindepräsident Michael Bürki in einer Mitteilung vom Freitag zitiert.

Auf Partnersuche

Da die Gemeinde aber selber keine Liegenschaften besitzen will, hielt sie nach einem Investor Ausschau und wurde in der Person von Hans-Ulrich Müller fündig. Müller hat sich insbesondere im Kanton Bern als Investor und Förderer von KMU-Betrieben einen Namen gemacht. Auf sein Betreiben hin entstand beispielsweise in der stillgelegten Kartonfabrik Deisswil ein Unternehmerpark. Auf dem Thuner Schlossberg engagierte sich Müller ebenfalls und eröffnete mit Partnern in mehreren historischen Gebäuden ein Hotel mit Restaurant und Seminarzentrum. Auch als Retter der angeschlagenen Emmentaler Verpackungsfirma Mopac trat Müller in Erscheinung.

Aufgewachsen in Belp, das Gantrischgebiet also fast vor der Haustüre, lernte Müller nach eigenen Angaben die Region früh lieben und schätzen. «Deshalb sah ich sofort das Potenzial, das sich eröffnen würde (...)», wird Müller in der Mitteilung zitiert. Lokale Verankerung, Tradition, aber auch Innovation und ein Blick nach vorne sind Müller wichtig. Mit diesen Werten und Ideen hofft Müller, das Berghaus zu beleben.

Alpkäserei für die Bauern

Im Berghaus soll ein touristisches Zentrum aufgebaut werden mit Schaukäserei, Restaurant, Hotel, dem Verkauf von regionalen Produkten und der Vermietung von Sport- und Ausflugsartikeln wie Skis oder Kletterutensilien. Der bestehende Gastrobetrieb wird weitergeführt und ausgebaut. Die Schaukäserei soll Touristen anziehen. Doch sie soll auch den Landwirten dienen, die in der Region Alpwirtschaft betreiben.

In der Region existieren zwar noch viele milchproduzierende Alpbetriebe. In den letzten Jahren ging aber die Zahl der Alpkäsereien zurück. Dies hat unter anderem mit teilweise veralteten Produktionsbedingungen zu tun. Dazu kommt, dass die Milchmengen der einzelnen Betriebe zu klein sind, um sie gewinnbringend zu verarbeiten. Immer mehr Milch wurde deshalb an Käsereien im Tal verkauft, wo sie verarbeitet wurden. Dadurch entgeht den Landwirten ein grosses Wertschöpfungspotenzial.

Unterdessen haben sich zehn Alpbetriebe zur Alpmilch Gantrisch AG zusammengeschlossen mit dem Ziel eine Käserei auf die Beine zu stellen. Weil das Gantrischgebiet bei Ausflüglern beliebt ist, entstand die Idee einer Schaukäserei, die in die touristische Strategie des Gebiets einbezogen ist.

Gantrischplus betreibt das Berghaus

Betreiben wird das Zentrum im Berghaus die neu gegründete Firma Gantrischplus AG, die sich die wirtschaftliche und touristische Stärkung des Naturparks Gantrisch auf die Fahne geschrieben hat. Deren Präsident, Ruedi Flückiger, ist überzeugt: «Mit dem Gurnigel Berghaus können wir ein attraktives Zentrum für die ganze Region und den Naturpark aufbauen und entwickeln». Gantrischplus möchte dazu beitragen, die touristische Infrastruktur der Region mit Hotels, Bädern und Herbergen weiter zu entwickeln und auch das Gewerbe und die Landwirtschaft miteinzubeziehen.

Die ländliche Region Gantrisch mit dem Passübergang Gurnigel liegt im Städtedreieck Bern, Thun, Freiburg. Wälder, Wiesen und Schluchten prägen die Voralpenlandschaft. Seit 2012 ist das rund 400 Quadratkilometer grosse Gebiet als regionaler Naturpark zertifiziert.

SDA/mon

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