Investieren statt sparen

Die SP will bei den Grossratswahlen im Kanton Bern Sitze gewinnen. Dazu lanciert sie ein Gegenkonzept zur Spar- und Steuersenkungspolitik der Bürgerlichen.

Sie wollen die SP und den Kanton Bern vorwärts bringen: Regierungsrat Christoph Ammann (vorne) und Parteipräsidentin Ursula Marti (hinten).

Sie wollen die SP und den Kanton Bern vorwärts bringen: Regierungsrat Christoph Ammann (vorne) und Parteipräsidentin Ursula Marti (hinten).

(Bild: Adrian Moser)

Adrian Schmid@adschmid

«Zukunft statt Abbau»: So lautet der Slogan der SP für die Grossratswahlen vom 25. März 2018. Dahinter versteckt sich ein Gegenkonzept zur Politik der Bürgerlichen, die den Kanton Bern primär mit Steuersenkungen und Sparpaketen vorwärts bringen wollen. Die SP hingegen möchte in vielen Bereichen investieren: in die Bildung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Öffentlichen Verkehr, in erneuerbare Energien oder ins Sozialwesen.

«Wir wollen im Kanton Bern eine Aufwärtsspirale ankurbeln», sagte Kantonalpräsidentin Ursula Marti am Mittwoch vor den Medien. Die Mittel dazu sind gemäss Marti vorhanden. «Die Finanzlage ist nicht so negativ, wie man immer sagt.» Sie verweist darauf, dass der Kanton in den letzten Jahren praktisch immer Überschüsse präsentierte. Zudem führten die Investitionen dazu, dass auch wieder Geld an den Kanton zurückfliesse.

Steigende Mitgliederzahlen

Die SP will ihren Wähleranteil bei den Grossratwahlen von 19 auf mindestens 22 Prozent erhöhen. Zwei bis vier zusätzliche Sitze strebt die Partei im Parlament an. Vor vier Jahren hatte sie sich als zweitstärkste Kraft hinter der SVP 33 Mandate gesichert. «Wir spüren viel Rückhalt in der Bevölkerung», sagte Marti. Die Mitgliederzahlen stiegen seit 2016 an - das war das Jahr, als Rot-Grün die Regierungsmehrheit an die Bürgerlichen verlor. Momentan zählt die SP rund 6500 Mitglieder. Marti streicht zudem die «guten Ergebnisse» bei kommunalen Wahlen hervor.

Insgesamt hat die SP 243 Kandidierende für die Grossratswahlen nominiert - ähnlich viele wie die SVP. Die Sozialdemokraten treten in allen Wahlkreisen an, in sieben von neun Kreisen mit Frauen- und Männerlisten. «Wir wollen unsere ausgewogene Vertretung von Männern und Frauen im Grossen Rat beibehalten», sagte Marti. Gleichstellung sei bei der SP «kein leeres Wort».

Die Kampagne der SP beinhaltet bewährte Mittel: Gummibärli und Telefongespräche. Die Gummibärli werden im Strassenwahlkampf verteilt. Zudem wollen die Genossinnen und Genossen 15’000 Telefongespräche mit Sympathisanten führen - nachdem sie bei den Nationalratswahlen 2015 im Kanton Bern und den Stadtberner Wahlen 2016 gute Erfahrungen damit machten. Insgesamt beläuft sich das SP-Wahlkampfbudget auf 350’000 Franken.

Der Bund

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