Insel verzichtet auf Tiefenau-Neubau

Die Insel-Gruppe will im Spital Tiefenau eine Rehabilitationsabteilung aufbauen. Das Altersheim Belp wird nicht verkauft.

Das Berner Inselspital verzichtet auf einen Neubau beim Tiefenau.

Das Berner Inselspital verzichtet auf einen Neubau beim Tiefenau.

(Bild: Valérie Chételat)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Die Insel-Gruppe will zu einer «weltweit führenden Spitalgruppe für universitäre und integrierte Medizin» werden. Dies ist einer Medienmitteilung des neuen Direktors und Verwaltungsratspräsidenten Uwe Jocham zur neuen Strategie der Gruppe zu entnehmen.

Der hohe Anspruch soll etwa durch eine «patientenorientierte Spitzenmedizin» und die Fokussierung auf die «häufigsten und dringendsten medizinischen Bedürfnisse» eingelöst werden. Auch die Förderung medizinischer Innovation soll intensiviert werden, wie dies etwa im Neubau des Zentrums für translationale Medizin deutlich wird. Dort geht es um die Frage, wie Erkenntnisse aus industrieller Entwicklung und Forschung im klinischen Alltag angewendet werden können.

Die Strategie der Insel-Gruppe sieht zudem eine Reorganisation vor. Dabei sollen sechs bis zehn Medizinbereiche als Führungseinheiten geschaffen werden, die direkt im erweiterten Führungsgremium der Gruppe vertreten sind. Dadurch würden Direktion und Kerngeschäft besser miteinander verbunden, wie an der Orientierung für die Mitarbeitenden gesagt wurde.

Die Reorganisation des Konzerns hat Einfluss auf die Stellung der Landspitäler Aarberg, Münsingen, Riggisberg und Belp. Die bisher propagierte «abgestufte Versorgung» wird in der Strategie nicht mehr erwähnt. Die «abgestufte Versorgung» sah eine Konzentration der Spitzenmedizin in der Insel und der Grundversorgung im Tiefenau und in den Landspitälern vor.

Tiefenau wird Reha-Klinik

Stattdessen erhält nun jeder Spitalstandort eine eigene Strategie. So wird auf einen Spital-Neubau im Tiefenau zugunsten eines Umbaus verzichtet. Denn nebst der Förderung ambulanter, tagesklinischer Angebote ist im Tiefenau auch der Aufbau eines Rehabilitationsangebotes vorgesehen.

Bei den Landspitälern gibt es eine Art Hierarchie: Das grösste Angebot hat Aarberg, das nach wie vor als Grundversorgungsspital mit Notfall-, OP- und Bildgebungs-Infrastruktur fungiert. In Riggisberg und Münsingen wird die Grundversorgung mit Innerer Medizin, Notfall und Chirurgie angeboten. Münsingen soll auch «Spezialangebote von Belegärzten» anbieten. Der einst erwogene Verkauf von Spital und Altersheim in Belp ist kein Thema mehr.

Unterstützung durch Kanton

Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) unterstützt die neue Strategie. Ein Neubau des Tiefenauspitals sei nicht nötig, sagt Sprecher Gundekar Giebel. Dank der Ausrichtung auf eine integrierte Medizin würden durch die neue Strategie der Insel-Gruppe «Schnittstellen vereinfacht und Synergien geschaffen», sagt Giebel.

Der Bund

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