Insel und Hirslanden kooperieren in der Herzmedizin

Kaum im Amt, will der neue Inselchef Uwe Jocham mithilfe der Privatkliniken Bern als Medizinalstandort stärken.

Das Inselspital sieht sich europaweit in der Herzchirurgie in einer führenden Rolle.

Das Inselspital sieht sich europaweit in der Herzchirurgie in einer führenden Rolle. Bild: Adrian Moser

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Das Inselspital und die Privatkliniken von Hirslanden werden künftig in der Herzchirurgie ihre Kräfte bündeln. Dies geben die beiden Organisationen in einer Medienmitteilung bekannt. Nach den bestehenden, separaten Kooperationsverträgen zwischen der Insel-Gruppe und den Hirslanden-Kliniken Beau-Site und Aarau ist nun ein «standortübergreifendes Leistungszentrum» gegründet worden.

Ärztliches Personal kann künftig an allen drei Standorten im Bereich der Herzchirurgie eingesetzt werden. Das ärztliche Personal wird laut Insel an allen drei Standorten koordiniert eingesetzt. Die genaue Aufteilung der Pensen und der personellen Ressourcen seit zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt und werde in den nachfolgenden Ausführungsverträgen geregelt. Der operative Betrieb startet am 1. Juli 2018.

Dank gemeinsamer Qualitätssicherung, erleichterter Wissenstransfers und einheitlicher Behandlungsstandards würden sich für Patientinnen und Patienten klare Vorteile ergeben. Durch die Zusammenlegung der Organisationsstrukturen würden zudem Kosten gespart.

Wie viele Kosten damit eingespart werden können, liesse sich im Moment noch nicht beziffern, teilte die Insel auf «Bund»-Nachfrage mit. In allererster Linie profitierten die Patientinnen und Patienten von einer noch besseren Behandlungsqualität.

Das Inselspital hält gegenüber dem «Bund» zudem fest: «Die Sorge um einen allfälligen Stellenabbau ist unbegründet, zumal in der Herzchirurgie – wie in vielen Fachgebieten – ein Mangel an Fachkräften besteht.»

In der Mitteilung liess sich der neue Inselchef Uwe E. Jocham zitieren: «Wir gehen in einem für die Insel-Gruppe wichtigen Fachbereich neue Wege – und nicht zuletzt stärkt die Kooperation den Medizinalstandort Bern.» Jocham hat am gleichen Tag das Amt des CEO der Insel-Gruppe angetreten – dies nachdem er im Dezember bereits zum Verwaltungsratspräsidenten derselben gewählt worden war. Gemäss Recherchen des «Bund» hatte sich der kantonale Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) hinter den Kulissen stark für die Ernennung Jochams zu den Positionen eingesetzt.

Im Bereich der Herzmedizin sieht sich das Inselspital europaweit in einer führenden Rolle. Mit Hinblick auf den Konkurrenzkampf mit anderen Spitälern haben Stimmen aus der bernischen Politik zu erweiterter Spezialisierung im Fachgebiet Herzchirurgie aufgerufen. Zuletzt sagte Schnegg im Interview mit dem «Bund», die Insel-Gruppe könne «in diesem Bereich vielleicht noch mehr machen.» In der Branche der hochspezialisierten Medizin gebe es harte Auseinandersetzungen. «Wir müssen uns bewegen, wenn wir unsere Position halten wollen.» (mck)

Erstellt: 01.02.2018, 14:33 Uhr

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