In Ferenbalm sorgt künftig der Biber für Biodiversität

In der bernischen Gemeinde nahe Kerzers wird der Nager als Baumeister für eine Renaturierung eingesetzt.

Bereits vor zehn Jahren waren Biber auf dem ehemaligen Auengebiet anzutreffen.

Bereits vor zehn Jahren waren Biber auf dem ehemaligen Auengebiet anzutreffen. Bild: Pro Natura/B. Mainini

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In Ferenbalm BE erprobt die Naturschutzorganisation Pro Natura einen neuen Ansatz für mehr Biodiversität: Sie lässt auf einem 2012 erworbenen Gelände den Biber drei Hektaren früheres Ackerland umgestalten.

Wie Pro Natura am Dienstag mitteilte, liess sich der Biber vor zehn Jahren auf diesem ehemaligen Auengebiet im äussersten Westen des Kantons Bern nieder. Dies überhaupt nicht zur Freude des Landbesitzers, eines Bauern, der dort Mais anbaute.

Dieser wandte sich an Pro Natura, welche nach dem Kauf des Ackers beschloss, den Biber als Baumeister für eine Renaturierung einzusetzen. In Deutschland funktioniere das bestens, schreibt Pro Natura in der Mitteilung. Dort sorge der Biber mit zahlreichen Dämmen gratis für Wasserrückhaltung.

In den aufgestauten Gräben und Biberseen tummelten sich unzählige Amphibien und Libellen. Es entstehe eine reiche Futterquelle, welche auch Eisvögel und Graureiher anlocke. In der Schweiz sei dieser Ansatz bisher einzigartig.

Am Dienstag stellte Pro Natura das Projekt den Medien vor, nachdem Bagger die ehemalige Ackerfläche vorbereitet haben. Zum Projekt gehört, dass das Flüsschen Bibere wieder für Fische passierbar gemacht worden ist.

Insgesamt 1,7 Millionen Franken kostet das Projekt, das Pro Natura in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ferenbalm, dem Bund und den Kantonen Bern und Freiburg realisierte. Es wird mit Geldern aus Ökofonds von bernischen Energieunternehmen unterstützt.

Nicht der Biber stehe an sich im Fokus der Massnahmen, sagt Pro Natura. Er sei der «planende» Ingenieur und ausführende Baumeister bei der anspruchsvollen Schaffung von wertvollen Lebensgemeinschaften im neuen Feuchtgebiet in der Mühlematt Ferenbalm. (mck/sda)

Erstellt: 13.11.2018, 11:26 Uhr

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