Im Kanton Bern greift der Staat weniger stark zu

Die Belastung durch den Fiskus geht zurück – Bern liegt aber weiter klar über dem Schweizer Schnitt.

Finanzdirektorin Beatrice Simon während einer Debatte im Kantonsparlament.

Finanzdirektorin Beatrice Simon während einer Debatte im Kantonsparlament. Bild: Franziska Rothenbühler

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Die Steuerlast im Kanton Bern weist sinkende Tendenz auf. Das zeigt der Steuerausschöpfungsindex 2019 der Eidgenössischen Finanzverwaltung (ESTV). Die steuerliche Ausschöpfung sank von 29,6 auf 28,9 Prozent. Zusammen mit Appenzell Innerrhoden weist Bern den stärksten Rückgang auf, trotzdem handelt es sich nicht um einen grossen Sprung. Im Kanton Bern nahm das Ressourcenpotenzial stärker zu, nämlich um 4,9 Prozent, als die Steuereinnahmen, die um 2,3 Prozent wuchsen. Unter dem Strich sank damit die fiskalische Belastung.

Definiert wird die steuerliche Ausschöpfung als effektive Steuereinnahmen dividiert durch das Ressourcenpotenzial. Diese wirtschaftliche Kraft, die auch zur Berechnung des nationalen Finanzausgleichs (NFA) herangezogen wird, berechnet sich aus steuerbaren Einkommen, Vermögen und Gewinnen. Der Index bildet die Entwicklung mit einigen Jahren Verzögerung ab, stellt er doch auf die Jahre 2013 bis 2015 als Referenz ab. Wäre die Steuersenkung für Firmen im Kanton Bern am 25. November angenommen und in den nächsten beiden Jahren umgesetzt worden, so würde der Rückgang bei den Einnahmen im Index also erst viel später abgebildet.

Die Gründe für den Rückgang zu definieren, ist nicht einfach. Verschiedene Steuersenkungen haben aber eine Rolle gespielt. Die bernische Finanzdirektion nennt zum Beispiel die Revision von 2011/12, wodurch Entlastungen bei den kantonalen Steuern von 200 Millionen Franken und von 100 Millionen Franken bei den Gemeindesteuern erfolgten. Auch Senkungen bei der Motorfahrzeug- und der Handänderungssteuer schlugen sich nieder, was zusammen etwa 150 Millionen Franken ausmachte. Sodann sei es möglich, dass mehr Bürger von einer Senkung der Gemeindesteuern profitiert hätten und weniger von einer Erhöhung betroffen gewesen seien, schreibt die Finanzdirektion weiter.

Trotz des Rückgangs liegt die Steuerbelastung im Kanton Bern weiterhin über dem Schweizer Durchschnitt von 24,9 Prozent. Nidwalden, Zug und Schwyz sind dagegen weiter deutlich unter dem Durchschnitt, wobei Schwyz mit 11 Prozent den tiefsten Wert aufweist. (Der Bund)

Erstellt: 06.12.2018, 10:07 Uhr

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