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«Ich kann niemandem etwas zuleide tun»

Ein 30-jähriger Mann von der Elfenbeinküste soll in Biel eine Prostituierte grausam ermordet haben. Er streitet jede Schuld ab. Ein Psychiater interpretiert die Tat als Kompensation für erlittene Demütigungen im Asylverfahren.

Das Haus, in dem der Mord geschah, ist kein offizielles Bordell, aber eine einschlägig bekannte Adresse.
Das Haus, in dem der Mord geschah, ist kein offizielles Bordell, aber eine einschlägig bekannte Adresse.
Adrian Moser

Die Tat im Oktober 2010 versetzte das Rotlichtmilieu in Biel in Angst und Schrecken und brachte die schwarze Bevölkerung gegen die Behörden auf. In einer kleinen Wohnung in einem heruntergekommenen Wohnblock mitten im Stadtzentrum war die Leiche einer 45-jährigen Brasilianerin gefunden worden. Jemand hatte ihr die Kehle aufgeschlitzt und sie elendiglich verbluten lassen. Kurz darauf hinderte die Polizei in der Nähe des Tatorts einen jungen Verdächtigen von der Elfenbeinküste mit einem Schuss ins Bein an der Flucht. Andere Schwarze protestierten daraufhin gegen den «polizeilichen Übergriff». Später stellte sich heraus, dass der 22-Jährige nichts mit dem Prostituiertenmord zu tun hatte.

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