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«Wäre ich in Eritrea geboren, wäre ich auch in die Schweiz geflüchtet»

Der neue Regierungspräsident Bernhard Pulver wünscht sich eine Vision für den Kanton Bern.

Herr Pulver, Sie mögen offenbar keine Strassen.

Vor zwei Wochen haben wir über eine neue Umfahrungsstrasse in Aarwangen abgestimmt. Sechs von sieben Regierungsräten haben sich öffentlich für die Strasse eingesetzt. Nur Sie nicht.

Dann wird das noch zu reden geben im Regierungsrat?

Inwiefern?

Haben Ihre Kollegen Staatspropaganda betrieben?

Vor den Wahlen in der Stadt Bern haben aber auch Sie sich öffentlich für den heutigen Stadtpräsidenten Alec von Graffenried eingesetzt.

Zur zweiten kantonalen Vorlage vom letzten Abstimmungssonntag, dem schliesslich abgelehnten Asylsozialhilfekredit, hat die Regierung deutlich weniger gesagt. Ein Fehler?

Offenbar wollte sich am Migrationsthema niemand die Finger verbrennen. Damit holt man sich kein Prestige, mit einer neuen Strasse schon.

Dann ist das Nein zum Kredit ein Zeichen dafür, dass diese Werte am Verschwinden sind?

Es ging vielen Stimmbürgern wohl schlicht darum, ein Zeichen zu setzen gegen zu viele Flüchtlinge.

Sollten wir wieder mehr in die Kirche gehen?

Die Gegner finden 5000 Franken pro Monat für einen Flüchtling schlicht eine unnötige Sonderbehandlung.

Die Stadt Bern hat einmal mehr anders gestimmt als die übrigen Wahlkreise. Ist der Stadt-Land-Graben ein Problem?

Wie unterscheiden sich die Bedürfnisse von Schulen im Oberland und solchen in der Stadt?

Fehlt das gegenseitige Verständnis für diese Unterschiede?

Was kann man dagegen tun?

Welches ist Ihre Vision?

Was meinen Sie damit?

Welches sind die anderen Bereiche?

Inwiefern?

Apropos Kompromisse: Solche braucht es auch bei der Diskussion um den Fremdsprachenunterricht. Der Kanton Thurgau hat den Französischunterricht in die Sekundarschule verbannt. Im Kanton Zürich hingegen wurde kürzlich eine Initiative abgelehnt, die dasselbe wollte – ist der Sprachfrieden in der Schweiz nun gerettet?

Studien zeigen, dass ein früherer Beginn mit dem Französischunterricht nicht unbedingt zu besseren Ergebnissen führt. Ist auch etwas Folklore dabei, wenn Sie so vehement fordern, dass alle Kantone schon in der Primarschule Französisch unterrichten?