Zum Hauptinhalt springen

Holz, Sonne und Isolation fürs bäuerliche Mehrfamilienhaus

Das Bauernhaus der Familie Oppliger wurde besser isoliert und mit einer Solaranlage ausgestattet.

Am Sonnenhang des Thunersees, in Gunten, steht das Bauernhaus von Markus Oppliger. Und die Sonne wollte er nutzen, um das Wohngebäude, in dem seine Familie, seine Eltern und eine Mieterin leben, mit Warmwasser zu versorgen. Einen passenden Tank für das Warmwasser hatte er bereits vor Jahren einbauen lassen. Die Sonnenkollektoranlage liess er letztes Jahr montieren. Im Sommerhalbjahr haben die zehn Personen im Haus nun warmes Wasser, ohne dass Oppliger die Heizung anfeuern muss.

Geheizt wird das 1896 erbaute Bauernhaus mit Ökonomieteil seit jeher mit Holz. Es stammt aus dem eigenen Wald und jenem von Nachbarn, und gelegentlich heizt Obstbauer Oppliger auch mit Holzabfällen, die in seinem Nebenerwerb als Baumpfleger und Gärtner anfallen. «Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, den man hat», sagt er. Schon Oppligers Grossvater liess eine Zentralheizung mit Holz einbauen. Vor sieben Jahren folgte ein moderner Ofen. Verbrannt werden grosse Holzstücke. «Der Nachteil ist, dass man, anders als bei einer automatischen Holzpellet-Heizung, anfeuern muss», sagt Oppliger.

Massiv besser isoliert

Diesen Winter wird Oppliger weniger Holz verfeuern müssen. Er erwartet, dass der Verbrauch um ein Viertel bis ein Drittel sinkt. Neben der Solaranlage ist es vor allem die bessere Isolation des Bauernhauses, die den Energieverbrauch senkt.

Oppliger liess Dach und Fassade isolieren und bessere Fenster einsetzen. «Die Idee war, etwas Richtiges zu machen», sagt er. Er liess von einem Experten einen Gebäudeenergieausweis (Geak) erstellen und strebte eine Verbesserung um zwei Geak-Klassen an, die er auch erreichte: von der Kategorie E (Altbauten, die einigermassen isoliert sind) zur deutlich besseren Kategorie C (Altbauten mit umfassend sanierter Gebäudehülle). Eine solche klare Verbesserung der Isolation um zwei Geak-Kategorien unterstützt der Kanton mit 50 Franken pro Quadratmeter Wohnfläche. Weiter gibt es vom Gebäudeprogramm des Bundes 40 Franken pro Quadratmeter sanierte Dach-, Fassaden- und Fensterfläche.

Insgesamt kosteten Isolation und Solaranlage – inklusive eines kleinen Ausbaus des Hauses – gut 280 000 Franken. Ob und wann sich die Investition rechnet, weiss Oppliger nicht. «Wenn man ökologische Gedanken verfolgt, muss man nicht alles 1:1 berechnen», sagt er. Sicher sei hingegen: «Von der Wohnbehaglichkeit her ist es ein enormer Fortschritt. Man merkt deutlich, dass die Wärme nun im Haus bleibt.» (st)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch