Hohe Kosten nach Antennenbrand

Drei Mal brannte es über die Festtage bei Sendemasten im Kanton Bern. Beim Brand in der Anlage auf der Rothöhe bei Burgdorf entstand hoher Sachschaden.

In dieser Sendemastanlage auf der Rothöhe brannte es in der Silvesternacht.

In dieser Sendemastanlage auf der Rothöhe brannte es in der Silvesternacht.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Noah Fend@noahfend

Zuerst in Grosshöchstetten am 26. Dezember, dann in Langenthal am Tag darauf und in der Silvesternacht schliesslich auch noch in Burgdorf: Gleich drei Mal gingen bei der Kantonspolizei Bern über die Festtage Meldungen über Brände in Sendemastanlagen ein. Jeweils brannten Kabel, Verteilkästen oder andere technische Apparaturen am Fuss der Sendemasten. Bei allen drei Fällen geht die Polizei von Brandstiftung aus. Und bei allen drei Fällen tappt sie auf der Suche nach der Täterschaft offenbar nach wie vor im Dunkeln.

Die Ermittlungen seien noch im Gang, «es muss aber in allen drei Fällen davon ausgegangen werden, dass die Brände gelegt worden sind», sagt Christoph Gnägi, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern. Nach wie vor sucht die Polizei nach Zeugen. Auch über einen Zusammenhang der drei Fälle gibt sich die Polizei nach wie vor bedeckt, schliesst einen solchen aber nicht aus. Einzig aufgrund der zeitlichen Nähe und ähnlichen Brandobjekten auf einen Zusammenhang zu schliessen, greife aber zu kurz, sagt Gnägi. «Selbstverständlich wird dies aber im Rahmen der laufenden Ermittlungen geprüft.»

Tür aufgebrochen

Insbesondere beim letzten Brand oberhalb von Burgdorf entstand hoher Sachschaden. Der Sendemast auf der Rothöhe in der Gemeinde Oberburg wird unter anderem vom regionalen Radiosender Neo 1 in Langnau verwendet, um sein Programm über UKW und DAB zu verbreiten. Am 1. Januar teilte Radio Neo 1 mit, man sei wegen des Brandes in der Region Burgdorf auf der UKW-Frequenz nicht empfangbar.

Nach einem längeren Unterbruch konnte Neo 1 erst am Nachmittag des 2. Januar dank eines Provisoriums auch in der Region Burgdorf wieder senden, wie Neo-1-Geschäftsführerin Nadine Gasser auf Anfrage sagt.

Bis Techniker das Provisorium einrichten konnten, musste Neo 1 die Spurensicherung der Polizei und Aufräumarbeiten vor Ort abwarten. «Die schwere Tür ins Innere der Anlage wurde aufgebrochen», sagt Gasser. Auf seiner Website schreibt der Sender deshalb von einem «­Sabotageakt».

Neue Apparaturen nötig

Der angerichtete Schaden ist für Radio Neo 1 jedoch weit grösser als der lange Sendeunterbruch. «Durch die Hitze in der Sendeanlage sind sämtliche unserer Apparaturen zerschmolzen», sagt Gasser. Diese müssen deshalb nach dem Brand vollständig erneuert werden. Das dürfte den Radiosender rund 100000 Franken kosten. Bis sie geliefert und installiert werden, muss Neo 1 mit dem Provisorium weitersenden. Das funktioniere aber zum Glück bis jetzt gut, meint Nadine Gasser.

Nicht nur finanziell, auch administrativ und technisch bedeutet die vermutete Brandstiftung für den Regionalsender viel Zusatzaufwand. «Wir haben wegen der Brandstiftung eine Strafanzeige eingereicht, und auch auf unsere Techniker wartet noch viel Arbeit», so die Geschäftsführerin.

Beim Brand in der Sendemastanlage bleibt aber Neo 1 nicht der einzige Leidtragende. Auch die Swisscom nutzt die Antenne auf der Rothöhe für DAB- und DVB-T-Dienste, also für die digitale Verbreitung von Radio- und TV-Signalen. Das bestätigt Esther Hüsler, Mediensprecherin der Swisscom. «Wegen der Hitze waren vereinzelt DAB-Radioprogramme von einer Störung betroffen.» Spürbar gewesen sei die Störung in der Region Burgdorf-Kirchberg. Nach dem Vorfall konnten Techniker der Swisscom die Störung jedoch rasch vor Ort beheben.

Mobilfunk nicht betroffen

Keine Auswirkungen hingegen hatte der Brand auf das Mobilfunknetz von Swisscom, wie Sprecherin Hüsler mitteilt. Auf welche Summe sich der entstandene Sachschaden für die Swisscom beläuft, werde derzeit ­ermittelt.

Schliesslich bestätigt auch die SRG auf Anfrage, dass auch Sendeanlagen von Schweizer Radio und Fernsehen vom Brand betroffen waren. Über allfällige Störungen oder die Höhe des entstandenen Sachschadens äusserte sich die SRG-Medienstelle nicht näher. «Die SRG ist mit den zuständigen Behörden in Kontakt und klärt zurzeit die nötigen juristischen Schritte», schreibt Mediensprecherin Sibylle Tornay einzig.

Der Bund

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