Hochwasser: Aare führt immer noch viel Wasser

Die Wassermassen halten die Einsatzkräfte im Kanton Bern weiterhin auf Trab. Das Bundesamt für Umwelt spricht von einer anhaltenden Gefahr.

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«Zwischen Tierpark und Bremgarten sind wir verstärkt im Einsatz», sagt Franz Märki, Sprecher, der Stadtberner Feuerwehr am Montagmorgen. Der Regen hält an, der Pegel des Thunersees steigt und die Schneeschmelze kommt hinzu. Märkis Prognose für die Stadt Bern: «Wir rechnen mit einem weiteren Anstieg der Aare.» Momentan liegt die Wassermenge bei 480 Kubikmeter pro Sekunde.

Bereits am Sonntag hatte die Feuerwehr Sperrelement installiert. Besonders im Bereich des Altenbergs, wo erste Keller überschwemmt wind. Die orangefarbenen Beaverschläuche helfen, das Wasser in Schach zu halten. Im Bereich des Tychs in der Matte wurden feste Verbauungselemente installiert. Die Anwohner der Aare werden per SMS über neue Entwicklungen informiert.

Im Kanton Bern präsentiert sich die Lage kritisch. Dutzende Meldungen über vollgelaufene Keller, überflutete Strassen und umgestürzte Bäume sind von Sonntag nachmittag bis Montag morgen bei der Kantonspolizei eingegangen.

Seit Montag 7 Uhr sei die Zahl der Meldungen deutlich ansteigend, sagte Mediensprecherin Alice Born auf Anfrage. In mehreren Fällen seien Bäche über die Ufer getreten. Viele Meldungen stammen aus der Region Bern, betroffen sind aber auch die anderen Kantonsteile.

Der Thunersee stand am Montagmorgen kurz nach halb neun Uhr noch einen Zentimeter unter der Hochwassergrenze von 558.30 Meter über Meer. Beim Bielersee war der Pegelstand am Montagmorgen bei 430.11 Meter über Meer, die Hochwassermarke liegt bei 430.35 Meter über Meer. Die Pegelstände an Thuner- und Brienzersee sind seit den frühen Morgenstunden steigend.

Auf allen Berner Gewässern ist weiterhin mit Schwemmholz zu rechnen. Die Polizei ermahnte die Schiffsführer, erhöhte Vorsicht walten zu lassen.

Die Hochwasserlage begann sich am Freitag durch den Dauerregen zu verschärfen. Übers Wochenende gingen bei der Polizei mehrere hundert Meldungen ein. Verletzt wurde bislang niemand. Der Regen soll am Montagnachmittag etwas nachlassen, doch die hohen Temperaturen dürften im Oberland den Schnee weiter schmelzen lassen.

    hjo/agr/mer/nj/amü/sda

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