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Grünes Licht für umstrittenen Kiesabbau

Kallnach sagte klar Ja zu einer Kiesgrube im Challnechwald.

Bewohner und Bewohnerinnen von Kallnach wehrten sich vergeblich gegen die im Wald geplante Kiesgrube.
Bewohner und Bewohnerinnen von Kallnach wehrten sich vergeblich gegen die im Wald geplante Kiesgrube.
Manu Friederich

Im Challnechwald kann künftig Kies abgebaut werden. Die Gemeindeversammlung von Kallnach hat sich am Samstag mit einer Zweidrittels-Mehrheit hinter das Vorhaben gestellt.

Der Entscheid freut die künftige Betreiberin der Kiesgrube, die Hurni Kies- und Betonwerk AG in Sutz. Für die Sicherung der Kiesreserven im Seeland, aber auch für die Zukunft des Sutzer Familienunternehmens sei das Projekt im Challnechwald von grosser Bedeutung, teilte das Unternehmen am Sonntag mit.

Die Gemeindeversammlung von Kallnach genehmigte die Überbauungsordnung und eine Änderung des Schutzzonenplans mit 366 Ja- gegen 180 Nein-Stimmen, wie Gemeindeverwalter Beat Läderach bekanntgab. Die Stimmbeteiligung lag demnach bei 37,8 Prozent.

Dem Entscheid ging eine gut einstündige kontroverse Debatte voraus. Die Gegner der Kiesgrube warnten vor Staub, Lärm und zusätzlichem Schwerverkehr. Die Befürworter wiesen darauf hin, dass sich im Challnechwald die grössten Kiesvorkommen der Region befänden.

Ausserdem könne die öffentliche Hand mit Millionen-Einnahmen rechnen. Die Einwohnergemeinde kassiert in den nächsten 40 Jahren etwa 5,6 Millionen Franken. Die Burgergemeinde als Besitzerin des Waldes kriegt 14 Millionen Franken.

Zunächst liegt der Ball nun beim Kanton: Das Amt für Gemeinden und Raumordnung muss ein gutes Dutzend Einsprachen behandeln. Im Idealfall können im Winterhalbjahr 2017/18 die ersten Rodungen erfolgen.

Mit dem Kiesabbau möchte die Hurni AG im Jahr 2018 beginnen. Verwaltungsratspräsident Fritz Hurni betonte, es handle sich um ein «sorgfältig und rücksichtsvoll erarbeitetes Projekt».

Archäologische Schutzgrabungen

Der Kanton hat sich bereits einmal mit dem Vorhaben befasst: Der Grosse Rat bewilligte im September 15 Millionen Franken für archäologische Rettungsgrabungen. Denn dort, wo künftig Kies abgebaut werden soll, liegen keltische Fürsten begraben.

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